Konkreter Plan für Ernstfall fehlt
21.11.2007 | 21:47 Uhr 2007-11-21T21:47:01+0100CO-PIPELINE. Kreisbrandmeister Friedrich-Ernst Martin stellte klar: Feuerwehren diskutieren mit Bayer auf Basis eines Entwurfs.
LANGENFELD. Die CO-Pipeline wächst Meter um Meter. Aber ein konkreter Alarm- und Gefahrenabwehrplan ist offenbar noch in ziemlich weite Ferne gerückt. Das konnte der Ausschuss für Soziales und Allgemeine Ordnung gestern Abend aus dem Bericht des Kreisbrandmeisters schlussfolgern. Friedrich-Ernst Martin stellte klar: Einen solchen konkreten Plan, in den auch die Feuerwehren vor Ort im Trassen-Gebiet eingebunden sind, gibt's derzeit nicht - es existiert lediglich ein Entwurf.
"Größtes Schadensszenario ist nicht beherrschbar"
Der Experte berichtete, auf den Tisch sei bislang ein innerbetriebliches Bayer-Konzept gekommen, in das die zehn örtlichen Feuerwehren eingebunden werden sollten. "Der erste Entwurf war unzureichend, eine zweite Version ist im Augenblick Grundlage der Diskussion", so Martin. Er konnte schon sagen: "Auch dieser Plan ist nicht endberatungsfähig." In einem ersten, und bislang einzigen, Gespräch mit Bayer-Vertretern vor zwei Wochen hätten die Feuerwehren Fragen zur Sicherheit gestellt, auf Grundlage der Antworten solle das Gespräch "unverzüglich" fortgesetzt werden.
Martin unterstrich: "Sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass Nachbesserungen am Baukonzept notwendig sind, können wir überlegen, wie realistisch die Umsetzung wäre. Was dort gebaut wird, wird gebaut." Im Falle der Pipeline sei die Baugenehmigung - rechtmäßig - vor dem Sicherheitskonzept erteilt worden. In der Regel laufe das Verfahren allerdings umgekehrt.
Die Feuerwehr gehe bei ihren Überlegungen vom "größten Schadensszenario" aus, und "das ist aus unserer Sicht nicht beherrschbar." Haupt-Problem: der Zeitfaktor. Wann wird wie ein Leck an die Einsatzkräfte gemeldet, damit sie handeln können? Schließlich handele es sich bei CO um ein nicht wahrnehmbares Medium. Martin: "Laut Medizinern darf es maximal 15 Minuten dauern, damit ein Mensch ohne Schädigung aus dem betroffenen Gebiet kommt."
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