Konjunktur im ruhigen Fahrwasser

Kreis Mettmann..  „Die Konjunktur im Kreis Mettmann befindet sich zu Jahresbeginn 2015 in ruhigem Fahrwasser. Die Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage nur wenig verhaltener als noch im letzten Herbst ein. Umgekehrt erwarten sie im laufenden Jahr eine etwas bessere Entwicklung als bislang“, fasst IHK-Volkswirt Gerd Helmut Diestler das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für den Kreis Mettmann bei über 200 Unternehmen mit zusammen knapp 20 000 Beschäftigten zusammen.

„Insgesamt ist die aktuelle Konjunkturlage im Kreis Mettmann weiter zufriedenstellend“, so Diestler. Jeder zweite Betrieb sei derzeit mit seinen Geschäften zufrieden, 38 Prozent meldeten eine gute und nur zwölf Prozent eine schlechte Lage. Ähnlich sehe es bei den Erwartungen aus. Der Geschäftslageindikator erreiche damit immer noch einen Saldo der Gut- und der Schlecht-Meldungen von 25 Prozentpunkten, fünf Punkte weniger als im Herbst 2014, aber acht Punkte mehr als im langjährigen Durchschnitt. Der Erwartungsindikator sei leicht auf 26 von zuvor 23 Prozentpunkten gestiegen. „Danach dürfte die Konjunktur in diesem Jahr unspektakulär, aber mit einer leichten Aufwärtstendenz verlaufen“, erklärt Diestler.

Allerdings gebe es weiterhin deutliche Konjunkturrisiken: Im Russland-Ukraine-Konflikt zeichne sich keine Lösung, sondern eher eine Eskalation ab. Die künftige Entwicklung in der Euro-Zone sei nach der Griechenland-Wahl nicht absehbar. Hinzu kämen Belastungen der deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (etwa Rente mit 63 Jahren und Mindestlohn) sowie relativ hohe Forderungen in den anstehenden Tarifrunden. Folglich sehe die Wirtschaft – wie schon im letzten Herbst - mit fast 60 Prozent der Nennungen in der Inlandsnachfrage das höchste Konjunkturrisiko. Jedes zweite Unternehmen sorge sich inzwischen um die Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Für nach wie vor 40 Prozent der Industriebetriebe liege dagegen in der Auslandsnachfrage ein besonderes Konjunkturrisiko. Auf der Positivseite zu verbuchen seien niedrigeren Öl- und Gaspreise sowie der schwache Euro, der Exporte außerhalb der Euro-Zone begünstige.

Verbessert habe sich auf hohem Niveau die Lage im Großhandel (Saldo: 44 Punkte) und – allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau – auch im Einzelhandel (Saldo: vier Punkte). Bauwirtschaft und Industrie seien zufrieden (Salden von 23 beziehungsweise 18 Punkten), aber nicht mehr so euphorisch wie zuvor. Knapp positive Konjunkturerwartungen hegten unverändert Industrie und unternehmensnahe Dienstleister sowie der Großhandel. Wieder optimistischer zeigten sich (saisonal bedingt) Bauwirtschaft und teilweise auch der Einzelhandel.

Die Auslastung der Produktionskapazitäten in Industrie und Bauwirtschaft liege wie im Herbst 2014 mit gut 81 Prozent weiter merklich über dem langjährigen Durchschnitt. Das habe aber kaum Auswirkungen auf die Investitionspläne. Aktuell wollten 24 Prozent der Betriebe mehr als zuvor investieren, 15 Prozent hätten ihr Investitionsbudget dagegen gekürzt. Der Saldo liege damit bei neun Prozentpunkten, also etwas höher als im Herbst 2014 (sechs Punkte), aber deutlich niedriger als noch vor Jahresfrist (18 Punkte). Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre dürfte sich schwächer fortsetzen. „Fachkräftemangel ist weiterhin für 40 Prozent aller Betriebe ein Thema, bei 22 Prozent ist er ein Risiko für die Geschäftsentwicklung“, so Diestler abschließend.