Koks-Party im Kleingarten gefeiert?

Wegen ausschweifender Kokain-Feten in einem Düsseldorfer Kleingartenverein war ein 47-jähriger Parzellenpächter vom Amtsgericht zu rund 2000 Euro Strafe verurteilt worden. Doch dagegen zog er gestern per Berufung vors Landgericht – und bestritt dort, jemals Kokain gekauft und anschließend im Schrebergarten eingenommen zu haben. Ein Drogendealer, der dafür schon rechtskräftig verurteilt ist, trat als Kronzeuge jedoch gegen diesen Laubenpieper auf und belastete ihn schwer.

Ein Urteil der Berufungsinstanz steht noch aus. Für fünf Kokain-Portionen (von je 0,6 Gramm) soll der Angeklagte jeweils 50 Euro gezahlt haben – und damit sei er in jener Kleingartensiedlung keineswegs der einzige Drogenabnehmer gewesen. Das zumindest behauptet ein 65-jähriger Ingenieur, der als Dealer dafür schon verurteilt ist.

Nach der Pleite seiner Computerfirma habe der jetzige Kronzeuge nämlich nur geringe Sozialunterstützung erhalten und habe deshalb versucht, sich durch illegalen Verkauf von Amphetaminen und Kokain „über Wasser zu halten“. Als Drogen-Lieferant habe er mehrfach auch an Grillfeten jener Kleingärtner mitgemacht.

Weitere Zeugen befragen

„Da wurde schon mal eine Portion Kokain bei mir gekauft und in die Runde geschmissen!“ Der Kronzeuge berichtete weiter, dass bei solchen Feten mehrfach sogar ein Glastablett mit Kokainpulver „für fünf bis sechs Leute“ herumgereicht worden sei.

Ob der hier angeklagte Parzellenpächter aber wirklich fünf Drogenportionen gekauft haben soll, wusste der Kronzeuge gestern nicht mehr genau. Er könne sich nur an zwei Kokainkäufe dieses 47-Jährigen erinnern. Dessen Verteidiger will dazu jetzt noch weitere Zeugen befragen, bevor das Landgericht zu einem Urteil kommt.

Der Prozess geht daher in der nächsten Woche weiter.