Köln als Ansporn - Düsseldorfer wollen "Dügida"-Demo stoppen

"Wir kümmern uns selbst um Probleme." Wie in Köln wollen auch in Düsseldorf zahlreiche Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren.
"Wir kümmern uns selbst um Probleme." Wie in Köln wollen auch in Düsseldorf zahlreiche Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach der Pleite in Köln wollen "Pegida"-Anhänger jetzt in Düsseldorf demonstrieren. Doch in der Landeshauptstadt regt sich Widerstand.

Düsseldorf.. Düsseldorf bereitet sich auf "Dügida" vor: Ein breites Bündnis, dem sich Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und viele andere angeschlossen haben, will die für den kommenden Montag angekündigte Demonstration nicht einfach hinnehmen. "Wir wollen denen zeigen, dass wir hier kein 'Dügida' brauchen", sagt Volker Neupert, der Veranstalter der Gegendemonstration.

Er rechnet damit, dass "einige tausend Menschen" gegen "Dügida" und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gehen werden. "Ich bekomme sehr viele Mails von Menschen und Organisationen, die uns unterstützen", sagt Neupert, darunter auch Fortuna Düsseldorf und der Heimatverein Düsseldorfer Jonges.

"Brauner Bodensatz, der dumpfe Parolen brüllt"

"Das ist ein breites bürgerliches Bündnis, das sich hier formiert", sagt Neupert. Ziel sei es, die Dügida-Demonstration zu verhindern. "In Dresden gehen auch viele Wutbürger, die sich unerhört fühlen, zu den Pegida-Demos", sagt Neupert, "aber hier ist es der alte braune Bodensatz, der dumpfe Parolen brüllt und undifferenziert gegen Minderheiten hetzt".

Diese Menschen seien rationalen Argumenten nicht zugänglich. Ihnen müsse man zeigen, dass ihre Parolen bei der Mehrheit nicht verfangen. "Wir kümmern uns selbst um Probleme", sagt Neupert und verweist auf Gesprächskreise und Veranstaltungen, die sich mit Salafismus und Ehrenmorden beschäftigen. Themen, von denen Pegida-Anhänger gern behaupten, sie würden totgeschwiegen.

Neupert hofft auf Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet

Für die Gegendemonstration am Montag hofft Neupert auch auf überregionale Unterstützung. "Mein Traum ist, dass auch Leute aus Köln kommen." Dort hatten am Montag mehrere tausend Gegendemonstranten einen Demonstrationszug von "Pegida"-Anhängern durch die Altstadt verhindert. "Das ist für Düsseldorf natürlich ein Ansporn." Und da die Landeshauptstadt jetzt einen Oberbürgermeister habe, der sich, was Beleidigungen gegen Nachbarstädte angeht, bislang zurückhält, hofft Neupert auch auf Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet.

Pegida Denn Neupert weiß, dass der Erfolg der Veranstaltung auch von der Teilnehmerzahl abhängt. "Die 'Dügida'-Anhänger sollen sehen, dass sie eine überwältigende Mehrheit gegen sich haben." Bei der letzten "Dügida"-Demo in Düsseldorf Anfang Dezember hatte das geklappt: Knapp 400 Dügida-Unterstützern standen damals rund 1200 Gegendemonstranten gegenüber.

Die Demonstration gegen "Dügida" beginnt am Montag, 12. Januar, um 18 Uhr in der Friedrich-Ebert-Straße. Nähere Informationen dazu gibt es auf der "NoDügida"-Facebookseite, die in Absprache mit Volker Neupert von Düsseldorfer Piraten betrieben wird.