Das aktuelle Wetter Duesseldorf 12°C
Düsseldorf

Kö-Bogen lässt sich nicht stoppen

20.10.2008 | 19:10 Uhr

PLANUNG. Bürgermeisterin Gudrun Hock will Bedenkzeit. Stadt kontert: Das Verfahren muss weiter laufen. Der Fahrplan steht.

Der politische Streit um den Kö-Bogen geht weiter: Gestern erklärte Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD), dass das Millionen-Projekt nach dem Ausstieg der Trinkaus-Bank "zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Sinn macht."

"Wir erzielen nicht den besten Preis"

Wegen der Finanzkrise und der schwächer werdenden Konjunktur spreche, so die Bürgermeisterin, alles dafür, das Vorhaben zu verschieben und neu zu überdenken. Hock: "Es geht um das wertvollste Grundstück der Stadt. Die allgemeine Wirtschaftslage lässt nicht erwarten, dass wir derzeit den besten Preis dafür erzielen." Für eine große Lösung warb der Architekten- und Ingenieur-Verein Düsseldorf: "Der Rückzug namhafter Investoren aus dem Projekt Kö-Bogen sollte von der Politik als Chance begriffen werden, die Innenstadtentwicklung im Bereich nördlich der Königsallee nicht mehr nur als kleinteilige Aufgabe in Griff zu nehmen."

Die Stadt erklärte dagegen gestern, am bisherigen Procedere festzuhalten. Sie verwies die Kritiker in die Schranken und erinnerte daran, dass das Vergaberecht eingehalten werden müsse. "Das Verfahren kann rechtlich gar nicht gestoppt werden", betonte Rathaus-Sprecher Kai Schumacher. Schließlich haben zwei Bewerber ("Die Developer" und "Bouwfonds MAB Development") fristgerecht ihre Unterlagen abgegeben.

"Wir prüfen in Ruhe"

Erst wenn sich herausstellen sollte, dass beide Unternehmen die gesetzten Kriterien nicht erfüllen, müsse neu nachgedacht werden. Schumacher: "Wir werden die Angebote jetzt sorgfältig und in Ruhe prüfen."

Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, wird der Rat voraussichtlich im Februar 2009 die nächste Hürde nehmen und den Verkauf des Grundstückes auf dem Jan-Wellem-Platz an einen der beiden Bieter für 46 Millionen Euro beschließen.

Der weitere Fahrplan: Bis zum 1. Januar 2010 macht die Stadt das Baufeld auf dem Jan-Wellem-Platz frei. "Dann kann der Investor dort sofort mit den Arbeiten beginnen", erklärte Schumacher. Bis 2014 soll der Kö-Bogen fertig sein.

Der Kö-Bogen ist auch Thema des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung, der morgen am 22. Oktober ab 15 Uhr im Rathaus tagt. Die Sitzung ist öffentlich.

MICHAEL MÜCKE

Facebook
 
Kommentare
20.10.2008
20:46
Kö-Bogen lässt sich nicht stoppen
von Hubert Braun | #1

Es grenzt an Albernheit, was da abläuft. Der Verkauf des Kö-Bogens wurde von Anfang an durch die Ratsfraktionen der CDU und der FDP mitgetragen. Seit dem ließen Beide nie einen Zweifel an Ihrer Absicht, dieses Projekt so umzusetzen.
Geht auch nicht anders, denn sie stehen bei ihren Wählern in der Pflicht, die genau dies erwarten.
Eine über das Rathaus hinausgehende Opposition hat weder beim Bürgereintscheid noch bei der OB-Wahl für ihre Ablehnung eine Mehrheit gewonnen.
Es spricht auch nichts dagegen diese Ablehnung zu formulieren. Aber nun meinen, man könne der Ratsmehrheit gute Ratschläge geben, das ist nur noch peinlich.
Denn würde die Ratsmehrheit den Ratschlägen dieser Gruppierungen folgen, dann wäre Düsseldorf bald wieder überschuldet und die Schulen verkommen.
Nein Danke Frau Hock, gewinnen sie erst mal eine Wahl. Dann können sie umsetzen was sie wollen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/972875/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall
Unglück
Tödlicher Leichtsinn: Das Abtauchen ins kühle Nass an einem sommerlich-warmen Abend kostete einem 36-Jährigen das Leben. Obwohl der Leiharbeiter aus Polen Nichtschwimmer war, sprang er am Sonntag gegen 19.20 Uhr in den Elbsee. Dabei hatte der Mann offensichtlich unterschätzt, dass es hier schon am...
Hohe Waldbrandgefahr in Düsseldorf
Feuerwehr
Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen. Die Stadt Düsseldorf mahnt deshalb besonders jetzt zum vorsichtigen Umgang mit Feuer im Freien. Bei Verstößen gegen Verbote drohen hohe Strafen.
Text