„Kirmes fand ich schon immer toll“
17.07.2011 | 13:50 Uhr 2011-07-17T13:50:00+0200
Düsseldorf.Yvonne Hochtritt (41) von der Aids-Hilfe Düsseldorf spricht im Riesenrad-Interview der NRZ über Kindheits-Erinnerungen an die Kirmes und zum Thema Aids-Prävention beim Pink-Monday am heutigen Kirmes-Montag.
Die Kirmes kennt Yvonne Hochtritt (41) von Kind auf. „Schließlich bin ich in Düsseldorf geboren und aufgewachsen, da gehört der jährliche Kirmes-Bummel dazu“, erzählt die hauptamtliche Mitarbeiterin der Aids-Hilfe Düsseldorf beim Riesenrad-Interview. „Kirmes fand ich toll!“ Während ihr Blick aus der Gondel in 55 Meter Höhe auf die andere Rheinseite Richtung Altstadt geht, werden Erinnerungen wach. „Da drüben haben meine Mutter und meine Schwestern freitags immer das Feuerwerk gesehen“, erzählt sie. Ohne den Vater. Der war Polizist, musste am Feuerwerk-Tag immer arbeiten.
„Am liebsten Krake“
Bis zum Erbrechen ist Yvonne als Jugendliche mit den Karussells gefahren. Am liebsten Krake. Heute haben sich ihre Prioritäten verändert: „Weniger Karussells, mehr Bier und Fischbrötchen...“ Die „Wilde Maus“ findet sie inzwischen „ganz schrecklich“. Aber Lose an der Bude kauft sie heute noch: „Das ist nach wie vor ganz groß...“ Vergangenes Jahr hat sie den Hauptgewinn gezogen: Einen lebensgroßen Teddy. „Die Heimfahrt mit dem Bus war mit dem nicht möglich“, erinnert sich Yvonne lachend. Im Taxi hat das Riesenvieh die Hälfte der Rückbank eingenommen.
Auch heute ist Yvonne Hochtritt auf der Kirmes. Allerdings beruflich. Grund ist der Pink Monday. Am Kirmes-Montag treffen sich traditionell Homosexuelle aus Düsseldorf und der gesamten Region auf dem Rummel. Je nach Wetterlage kommen bis zu 50 000 Schwule und Lesben.
Kirmes-Teams unterwegs
Für die Aids-Hilfe Anlass, auf die Problematik der Immunschwäche-Krankheit aufmerksam zu machen. Und vor allem für sicheren Sex zu werben, damit die Infektionszahlen nicht weiter steigen. „Wir haben 25 bis 30 Teams unterwegs, verteilen Kondome, rote Aids-Schleifen und sammeln Spenden.“ Es sei das Anliegen der Aids-Hilfe, gerade an diesem Tag auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Gesamtzahl der Neuinfektionen stagniere zwar, aber gerade in der Risikogruppe der jungen Schwule unter 30 steige sie. Yvonne Hochtritt betont, dass es nicht darum geht, den Kirmes-Besuchern durch die Präsenz der Aids-Hilfe den Spaß zu verderben oder gar Sex zu verbieten. Es gehe lediglich darum, fürs Thema zu sensibilisieren. Und Spenden zu sammeln. Grundsätzlich bekomme die Düsseldorfer Aids-Hilfe eine Vielzahl von Spenden. „Beklagen können wir uns nicht“, sagt Yvonne Hochtritt. Aber wenn internationale Katastrophen passieren, gehe das Spendenaufkommen zurück. Und deswegen sagt sie: „Wir freuen uns über jeden Cent.“ Gerade und vor allem heute Abend.
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