Kind nach Injektion von Stammzellen gestorben
27.10.2010 | 12:21 Uhr 2010-10-27T12:21:00+0200
Düsseldorf.Für die Eltern war die Stammzellen-Therapie wohl die letzte Hoffnung für ihr schwer behindertes Kind. Doch es kam zu Komplikationen, der Junge starb. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen die Ärztin.
Eine „erfolgversprechende Therapie“ nennt die private Klinik „XCell-Center GmbH“ die Therapie mit Stammzellen. Sie residiert im Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf-Heerdt und bietet solche Behandlungen seit 2007 an. Die speziellen Körperzellen können sich in viele verschiedene Zellarten verwandeln, sollen in einem kranken Körper gesundes Gewebe bilden - so die Hoffnung. Das könnte Patienten mit Diabetes, Parkinson, Arthrose, Alzheimer oder nach einem Schlaganfall helfen.
Mit so einer Therapie wollten die Eltern aus Italien auch ihrem zweieinhalbjährigen Sohn helfen, der schwer behindert war. Nach Auskunft von Staatsanwalt Christoph Kumpa wurden ihm Stammzellen aus dem Hüftknochen entnommen, am 12. August ins Gehirn gespritzt. Dabei soll es zu massiven Blutungen gekommen sein. Das Kind wurde in die Helios-Klinik in Krefeld gebracht, doch trotz aller Mühe konnten die Ärzte es nicht retten.
Zivilklage gegen Klinik
Bei zwei älteren Kindern sollen ebenfalls Komplikationen aufgetreten sein, hier ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung. Bei einem Jungen traten die Probleme erst einige Zeit nach dem Eingriff auf, er wurde in Heidelberg weiterbehandelt.
Ein neunjähriger Junge aus Aserbeidschan erlitt ebenfalls Blutungen während des Eingriffs, ihm konnte aber im Uniklinikum geholfen werden. Seine Eltern wollen eine Zivilklage gegen die Klinik einreichen.
In allen drei Fällen wird jetzt geprüft, ob die Ärztin bei dem Eingriff einen handwerklichen Fehler gemacht hat. Ein Gutachter wird die Krankenakten sichten. Von seiner Einschätzung hängt ab, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt.
Es geht aber zunächst nicht um die Stammzellentherapie selbst. Diese macht zwar vielen Hoffnung, ist aber unter Fachleuten umstritten. Professor Günther Deuschel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erklärt: „Ein so schwerer Eingriff muss im Verhältnis zum Nutzen stehen.“
Keine Belege für Wirksamkeit
Für die Wirksamkeit der Therapie gebe es derzeit aber keinerlei Belege. Man forsche erst nach Möglichkeiten, die Stammzellen für die gewünschte Aufgabe zu programmieren. Es bestehe die Gefahr, dass sie zu Tumorzellen würden. Bei einem chirurgischen Eingriff im Gehirn könne zudem ein Gefäß getroffen werden, was zum Verbluten führen kann.
Die XCell-Center Klinik spritzt seit dem Todesfall die Stammzellen nicht mehr in den Kopf. Bisher habe man 100 Patienten so behandelt.
03:06
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23:00
Die Eltern der Kinder sind doch wohl über die Risiken aufgeklärt worden. Schon bei einfachen Eingriffen kann etwas schief gehen. Mein Beileid gilt den Eltern.
21:07
@WAZ: die Bilderunterschrift ist falsch. Das Foto zeigt keine Stammzelle, sondern eine Eizelle ...
@Ruhrdyke: Stammzellen ins Gehirn zu spritzen kann durchaus sinnvoll sein. Die Stammzellen können Defekte heilen, will heißen wenn irgendwo im Gehirn z.B. Neuronen oder Gliazellen zu Grunde gehen können Stammzellen zu diesen ausdifferenzieren und damit den Defekt beheben. Allerdings ist wie im Artikel erwähnt die Induktion von Tumoren noch nicht ausreichend geklärt.
20:36
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16:14
Erinnert alles an die abstruse
Frischzellentherapie :
Nur, dass man statt Schafen jetzt
Menschen auslutscht.
15:30
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15:15
Hier hat wohl niemand das medizinische Fachwissen um den Sachverhalt zu beurteilen.
Mein Mitleid gilt den Eltern die erfolglos eine letzte Chance für ihr krankes Kind suchten.
14:51
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14:47
Handelte es sich bei der Leiche tatsächlich um
dasselbe Kind ?
Italien-Russland-BRD . . .
14:45
Privat-Patienten aus Sizilien und Russland
in einer Privatklinik, hinter der Fassade
eines Katholischen Krankenhauses,
mit Weiterbehandlung bis zum Tod
in der Helios-Klinik-Krefeld.