Kerstin Jäckel-Engstfeld ist eine Patriotin im Presseamt

Stadtsprecherin Kerstin Jäckel-Engstfeld besuchte gestern die NRZ-Redaktion.
Stadtsprecherin Kerstin Jäckel-Engstfeld besuchte gestern die NRZ-Redaktion.
Foto: Stephan Wappner
Was wir bereits wissen
Die neue Stadtsprecherin ist „echt vernarrt in Düsseldorf“. Beim Besuch der NRZ-Redaktion erklärt sie, warum Berlin und Hamburg nie mithalten konnten.

Sie war in Hamburg und Berlin, hat dort vom Banquett mit der britischen Queen Elisabeth berichtet, Bill und Hilary Clinton interviewt, Kanzlerin Angela Merkel auf Reisen begleitet. Doch als Kerstin Jäckel-Engstfeld 2011 die Chance bekam, zurück an den Rhein zu kehren, zögerte sie nicht. „Hamburg und Berlin sind spannende Städte, für mich aber nie eine Heimat geworden. Ich bin halt vernarrt in Düsseldorf, diese familiäre Großstadt“, sagt die 41-Jährige, die seit rund sechs Wochen offiziell die neue Chefin im Amt für Kommunikation der Stadt ist.

Geboren in Hilden, wuchs sie in Baumberg und Holthausen auf, baute ihr Abi in Monheim. Das Studium in Duisburg schloss Jäckel-Engstfeld als Diplom-Sozialwissenschaftlerin ab. Zwischendurch war sie reie Mitarbeiterin bei der NRZ in Hilden. 1999 und 2000 machte sie ein Volontariat bei der „Bild“ in Hamburg. Nach einer kurzen Episode beim Wirtschafts-Magazin „Bizz“ ging’s nach Berlin. Dort leitete sie für die „Bunte“ das Politik-Ressort. Dann wieder der Wechsel zu Bild und 2011 fürs Boulevard-Blatt zurück nach Düsseldorf.

„Ich sehe mich als Teamspielerin“

Warum jetzt der berufliche Seitenwechsel? „Das zu machen, hatte ich nie ausgeschlossen. Alle Facetten von Politik finde ich spannend. Und jetzt bin ich halt mit auf der aktiven Seite“, sagt die Leiterin des Presseamtes, das 23 Mitarbeiter hat.

Medienanfragen beantworten, Stadttexte verfassen, Pressekonferenzen vorbereiten und begleiten, Kontakt halten mit Dezernenten und Ämtern, den Online-Auftritt bestücken, das Intranet versorgen, Ausstellungen und Führungen im Rathaus organisieren und Sonderaktionen begleiten, wie zum Beispiel gerade die Kampagne für die neuen Bäume: „Die Bandbreite ist groß und interessant, die Arbeitstage sind oft lang, aber weil’s Spaß macht, ist das nicht negativ. Relaunche und Ausbau des Internetauftritts sind derzeit wichtige Aufgaben. Ich sehe mich als Teamspielerin, will meine Kollegen eigenverantwortlich arbeiten lassen. Ich selbst will nicht im Vordergrund stehen. Schließlich bin ich nicht das Gesicht der Stadt“, betont Jäckel-Engstfeld, die den neuen Job nach dem Wechsel im OB-Amt von Natalia Fedossenko übernommen hat. Die war bekanntlich eine Intima von Dirk Elbers und intern wie extern umstritten.

Jäckel-Engstfeld ist DEG- und Fortuna-Fan

An den Wochenenden stehen für die Amts-Chefin zwei Vereine im Blickpunkt ihres Interesses: Die Fortuna und die DEG. Regelmäßig besucht sie die Spiele im Fan-Outfit, ist bei beiden Clubs seit vielen Jahren Mitglied und hat auch Dauerkarten. Die Stadtsprecherin wohnt mit ihrem Ehemann, dem GrünenLandtagsabgeordneten Stefan Engstfeld, in Unterbilk, sie mag das Rheinpanorama und gibt unumwunden zu: „Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Düsseldorf ist die schönste Stadt überhaupt.“ Diese Frau ist also eine Patriotin im Presseamt. Außerdem mag sie die große Kirmes und die tollen Tage. Da gibt’s ein prall gefülltes Programm. Altweiber am Marktplatz, freitags durch die Kneipen, samstags zum Tuntenlauf, sonntags zum Kö-Treiben, Rosenmontag beim „Zoch“ und Veilchen-Dienstag, wenn die Kondition reicht, nochmals in die Kneipe. „Dafür und für ein verlängertes Kirmes-Wochenende habe ich immer Urlaub genommen. Das ist diesmal wohl nicht möglich“, glaubt Kerstin Jäckel-Engstfeld. Nicht ganz so schlimm: Denn auch rein beruflich stehen etliche jecke Veranstaltungen im Terminplan.