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U-Bahn-Bau

Keine Hinweise auf Schlamperei

11.02.2010 | 04:55 Uhr

Düsseldorf. Bei der jüngst angeordneten Überprüfung der Bauprotokolle für die neue U-Bahn-Strecke stellten die Inspekteure bisher keine Auffälligkeiten fest, berichtete gestern Gerd Wittkötter, Projektleiter der Wehrhahnlinie. Die Sonderuntersuchung dauert mindestens noch 14 Tage.

Anlass waren Berichte über die angebliche Anweisung eines Poliers, weniger Eisenbügel in eine Schlitzwand für den Kölner U-Bahnbau einzubauen, um die nicht verwendeten Teile an einen Schrotthändler zu verkaufen. Dabei garantiert erst ein bestimmter Eisenanteil die nötige Stabilität.

Dieser Polier, der auch hier tätig war und bis zur Klärung der Vorwürfe vom Düsseldorfer U-Bahn-Bau abgezogen wurde, war Ende 2008 und im Vorjahr für Schlitzwandarbeiten an den Baustellen Graf-Adolf-Platz und Corneliusplatz zuständig. Dort konzentrieren sich die Ermittlungen der Kontrolleure. Wittkötter: „Bisher haben wir nichts Verdächtiges gefunden.”

Der Projekt-Chef glaubt nicht, dass hier auf einer Baustelle geschlampt oder etwas vertuscht wurde. Dafür führt er zwei Hauptargumente an:

Die meisten Eisenbügel werden verschweißt in großen Kästen angeliefert und vom Lkw direkt in die Schlitzwand-Gruben eingelassen. Eine Manipulation sei hier ausgeschlossen. Nur zehn Prozent der Bügel werden einzeln miteinander verflochten. Aber auch hier würde ein Diebstahl oder Pfusch auffallen.

Und zwar spätestens bei der Kontrolle sämtlicher Bau-, Mess- und Abrechnungsprotokolle, die das Bauunternehmen erstellt. Die werden zum einen von städtischen Ingenieuren überprüft und dann ein zweites Mal von einer speziellen Bauüberwachung, die dem Projektleiter untersteht.

Eine Fälschung von Dokumenten, wie dies beim Kölner U-Bahn-Bau geschehen sein soll, schließt Wittkötter aus. „Alle Protokolle werden bei uns archiviert. Die Baufirma kommt da nicht ran.” Die jetzige Kontrolle soll sicherstellen, „dass nicht irgendwo etwas übersehen wurde.”

Sollten sich doch Mängel bei den Schlitzwandarbeiten herausstellen, bestehe keinerlei Gefahr für Anwohner. Wittkötter: „Wir haben die U-Bahnhöfe noch nicht ausgeschachtet. Das machen wir erst, wenn die Tunnelbohrmaschine durchgefahren ist. Wir sind also nicht unter Zeitdruck.” Auch gibt es keinen Hinweis auf die Bildung von Hohlräumen. Das Abpumpen des Grundwassers sei genau nach Plan verlaufen.

Darüber wird der Bauausschuss am 2. März in öffentlicher Sitzung informiert. vereinbarten CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk und Gregor Bonin. Hartnigk: „Wir wollen nicht, dass der Eindruck entsteht, dass etwas hinterm Berg gehalten wird.” Für umfassende Information plädiert auch Martin Volkenrath (SPD) „Die ernorme Verunsicherung in der Bevölkerung muss ernst genommen werden.”

Michael Mücke

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