Keine großen Dramen in der Düsseldorfer Silvesternacht

Polizei und Feuerwehr bilanzieren eine weitgehend ruhige Silvesternacht in Düsseldorf. Großer Andrang herrschte allerdings in der EVK-Notfallpraxis.

Deutlich weniger Brandmeldungen als noch im vergangenen Jahr verzeichnete die Düsseldorfer Feuerwehr in der Silvesternacht auf Donnerstag. Auch die Polizei zählte weniger Einsätze als im Vorjahr. Auf den Wachen wurden vom 31. Dezember, 19 Uhr, bis zum Neujahrsmorgen um 6.30 Uhr die Einsatzkräfte zu insgesamt 35 Feuermeldungen alarmiert. Zum Jahreswechsel 2013/14 brannte es in der Stadt noch 74 Mal. Ab Mitternacht erhöhte sich zwar die Zahl der durch Raketen und Böller verursachten Kleinbrände, doch auch die blieben deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Bis zum Morgen löschten die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr die Flammen in 20 Mülltonnen, Altpapier-, Altkleider- oder Müllcontainern. Zweimal brannten Gegenstände auf Balkonen. Auf der Rethelstraße brannte ein Pkw der mit einem C-Rohr schnell gelöscht werden konnte. Und dies: In einem Aufzug eines Hochhauses auf der Emanuell-Leutze Straße mussten sieben Personen von der Feuerwehr befreit werden.

Sanitäter erlitt ein Knalltrauma

Die Mitarbeiter des städtischen Rettungsdienstes versorgten zum Jahreswechsel innerhalb dieser Zeit 203 Notfallpatienten (199 im Vorjahr). Einen Schwerpunkt für den Rettungsdienst bildete traditionell der Burgplatz. Dort ließ die Feuerwehr vom Arbeiter-Samariterbund (ASB) eine mobile Rettungswache mit Unfallhilfsstelle einrichten, um das erfahrungsgemäß erhöhte Aufkommen an Erkrankungen und Verletzungen vor Ort versorgen zu können. Insgesamt neun Burgplatzbesucher mussten vom Rettungsdienst behandelt und in ein Krankenhaus transportiert werden. Hinzu kamen 35 Menschen mit kleineren Verletzungen oder auch Kreislaufproblemen, die durch ASB-Mitarbeiter betreut und versorgt wurden. Neben Verletzungen durch Feuerwerkskörper – meist leichtere Verbrennungen beim Anzünden – waren Schnittverletzungen an den Händen und der übermäßige Genuss von Alkohol die häufigste Behandlungsursache.

Ein Mitarbeiter des Sanitätsdiensts wurde aus einer Menschenmenge mit Knallkörpern beschossen und erlitt einen Knallschaden am Ohr. Die Polizei ermittelt und sucht den Täter.

Lange Schlangen vor der Notfallpraxis

Gut zu tun hatten auch die Ärzte in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser. Am EVK etwa hatte der Nachtdienst keine ruhige Minute. Und selbst wer erst am nächsten Tag untersucht werden wollte, musste Geduld mitbringen. „Vor unserer Notfallpraxis stehen die Leute Schlange bis draußen“, sagte eine Mitarbeiterin. Wartezeit bis zur Anmeldung: rund eine halbe Stunde.

Für die Polizei verlief die Silvesternacht insgesamt ruhiger als im vergangenen Jahr. Vom 31. Dezember, 20 Uhr, bis Neujahr um 6 Uhr wurden die Beamten zu 399 Einsätzen gerufen. Zum Jahreswechsel 2013/2014 waren es noch 435. Bis gestern Morgen wurden aus der Silvesternacht keine schweren Straftaten gemeldet.

Körperverletzungen häufigster Einsatzgrund

Besonderes Augenmerk legte die Polizei auch in diesem Jahr wieder auf die Altstadt, das Rheinufer und die Innenstadt. Wegen der niedrigen Temperaturen füllte sich die Altstadt zunächst nur zögerlich. Zu Beginn der Nacht sei es daher zu keinerlei größeren Zwischenfällen gekommen. Vereinzelt wurden Körperverletzungsdelikte gemeldet. Während des Feuerwerks und nach Mitternacht seien dann wiederholt Personen durch gewaltbereites Verhalten aufgefallen. „Durch die starke Präsenz und das konsequente Einschreiten der eingesetzten Beamtinnen und Beamten konnten die Sachverhalte aber zum Großteil schnell entschärft werden“, so ein Polizeisprecher.

Am häufigsten mussten die Beamten wegen Körperverletzungen und allgemeiner Streitigkeiten anrücken (je 33 Mal, Vorjahr: 47/27). Viermal griffen die Polizisten bei Schlägereien ein (Vorjahr: elf). Weitere Einsätze erfolgten nach Meldungen wegen Ruhestörung (zwölf Mal, Vorjahr: 15), gefährlichen Umgangs mit Feuerwerk (zwölf Mal, Vorjahr: sieben) und Randale (22 Mal, Vorjahr: neun).

Friedliche Party in den Stadtteilen

Die friedlichsten Jahresübergänge fanden fast traditionell in den Stadtteilen statt, etwa am Benrather Schlossufer, an dem sich wie immer die Nachbarschaft aus dem Süden Düsseldorfs traf und vor einer wunderbaren Kulisse die Raketen zündete. Oder am Friedensplätzchen in Unterbilk, auf dem sich in jedem Jahr die Männer, Frauen und Kinder aus den umliegenden Straßen versammeln, um friedlich – Nomen est omen – das neue Jahr zu begrüßen. Auch wenn der Platz am gestrigen Morgen eher einem Böller-Schlachtfeld glich...

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE