Kaum Hoffnung für Düsseldorfer Gaslaternen

Im Düsseldorfer Hofgarten stehen nur noch die Masten der historischen Gasleuchten. Zudem hat die Stadt provisorische Elektro-Lampen aufgebaut (links im Bild).
Im Düsseldorfer Hofgarten stehen nur noch die Masten der historischen Gasleuchten. Zudem hat die Stadt provisorische Elektro-Lampen aufgebaut (links im Bild).
Foto: Andreas Bretz
Was wir bereits wissen
Die Stadt sieht immer mehr Hürden, die beim Orkan beschädigten Gaslaternen im Hofgarten wieder leuchten zu lassen – trotz Denkmalschutz. Die FDP wirft den Stadtwerken ein wirtschaftliches Interesse an einer Umrüstung auf LED vor.

Düsseldorf..  Ausgerechnet in der bedeutendsten Parkanlage der Stadt droht den historischen Gaslaternen das Aus – die Stadtverwaltung listete nach einer Anfrage im Stadtrat weitere Hürden auf, die nach Orkan Ela abgeschalteten Laternen wieder zu aktivieren. Verkehrsdezernent Stephan Keller nannte eine Vielzahl von technischen und juristischen Problemen. Damit soll sich nun ein externer Gutachter befassen. „Wir haben auch als Verwaltung nicht den ausreichenden Sachverstand“, so Keller.

Damit geht der Streit um die Gaslaternen in die nächste Runde. Die Liebhaber der Leuchten aus der Frühzeit der Industrialisierung werfen der Stadt seit längerem vor, unter der Hand einen Austausch in LED-Technik zu planen – obwohl sich Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und die Ampel-Koalition für einen Erhalt ausgesprochen hatten. Düsseldorf verfügt über eines der größten erhaltenen Netze von Gaslaternen. Das ist für die Befürworter ein Alleinstellungsmerkmal, das die Stadt pflegen sollte.

Nun konzentriert sich der Konflikt auf den Hofgarten. Dabei hatten sich Gaslaternen-Freunde kurz nach Orkan Ela noch gefreut, dass die Laternen trotz der vielen umgestürzten Bäume offenbar nur wenig Schaden genommen hatten. Einer hielt die Schäden in einer Foto-Dokumentation fest. Das Ergebnis: Nur drei Prozent der Leuchten seien beschädigt worden.

Die Stadt, die kürzlich schon im Umweltausschuss viele Hürden zur Wiederinbetriebnahme auflistete, nannte ganz andere Zahlen: So seien 60 Prozent der 209 Laternen beschädigt. Die Stadt baute zur Sicherheit alle ab, es stehen nur noch die Masten. Zudem klemmten die Stadtwerke das sechs Kilometer umfassende Netz ab. Dessen Zustand sei ungewiss. Kürzlich wurden provisorische Elektrolampen an wichtigen Wegen aufgestellt.

Für die FDP, die das Thema in den Rat brachte, sind die Ausführungen Kellers nicht überzeugend. Ratsherr Rainer Matheisen warf die Frage auf, ob die Stadtwerke ein Interesse am Aus der Laternen hätten. So wurden für die Umrüstung auf LED-Technik in Frankfurt 150 Millionen Euro fällig. Zudem könnte das Abschalten laut Matheisen bedeuten, dass die Stadtwerke ohne Gaslaternen-Netz den Mitbewerbern höhere Kosten für die Netznutzung berechnen könnten.

Über die ganze Stadt verteilt stehen noch Gasleuchten, sie machen rund ein Drittel der Straßenlaternen aus. An einige Stellen ist aber bereits auf LED-Replikate in historischer Form umgerüstet worden, zum Beispiel zwischen Rathaus und Stiftsplatz. Für Gaslaternen-Fans sind das nur billige Attrappen, aber etwa CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt befürwortet die Umstellung. „Wir müssen uns neuen Technologien öffnen“, meint er. Es sei möglich, den „Charme des gedämpften Gaslichts“ zu simulieren. In der CDU-Fraktion gebe es aber keine einheitliche Meinung. Auch ob die Umrüstung im Hofgarten trotz Denkmalschutzes möglich wäre, ist unklar.

Die Verwaltung will nun dem Rat eine Basis zur Entscheidung erarbeiten. Dezernent Keller geht davon aus, dass für eine Wiederinbetriebnahme die Bagger anrücken müssten: Alle 209 Masten müssten freigelegt werden, zudem viele Leitungen. Dazu ergäben sich „haftungsrechtliche Fragen“. Keller ist verärgert über die Vorwürfe, die Stadt schiebe Gründe zum Abschalten vor. „Es ist leider nicht damit getan, einfach einen Schalter zu drücken.“