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Heinrich-Heine-Uni

Karriere mit der Kunst

26.05.2009 | 18:20 Uhr

Für bessere Chancen im Beruf: Kunsthistoriker und Betriebswirte lernen voneinander in einem neuen Masterstudiengang.

Wer Kunstgeschichte studiert, hat nicht gerade Aussichten auf eine glanzvolle Karriere. Viele Absolventen müssen sich mit befristeten Verträgen in Verlagen oder in chronisch unterfinanzierten Museen begnügen. Aber auch einem Betriebswirt kann es passieren, dass sich mit ihm 200 Konkurrenten um eine attraktive Stelle bewerben. Die Heine-Uni will beider Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern und bietet nun einen Masterstudiengang, in dem Kunsthistoriker von Betriebswirten lernen - und umgekehrt. Das Angebot ist wohl einmalig in Deutschland und heißt: Kunstvermittlung.

Job in einem

Auktionshaus?

Eigentlich bietet ein Kunstgeschichts-Studium ungezählte Möglichkeiten. Absolventen können in einer Galerie arbeiten, Auktionator werden oder Marketing für ein Museum betreiben? „Aber für solche Tätigkeit fehlt ihnen betriebswirtschaftliches Wissen, ohne das es auch in der Kultur nicht mehr geht”, weiß Professorin Andrea von Hülsen-Esch. Die Kunsthistorikerin kooperiert nun mit dem Marketing-Experten Bernd Günter, Professor an der Wirtschafts-Fakultät. Übrigens der kleinsten in Deutschland. Günter: „Deshalb können wir zwar nicht alle Fächer bieten, aber durchaus das Besondere, das man nur bei uns studieren kann.”

Günter hat beobachtet, dass Betriebswirte, die beispielsweise Geschäftsführer von Kulturinstituten sind, mit Skepsis gesehen werden. Unter dem Motto: „Die haben doch keine Ahnung von der Kunst.”

In dem neuen Masterstudiengang (vier Semester) belegen Kunsthistoriker Kurse in Betriebswirtschaft, und Betriebswirten wird ein Basiswissen der Kunstgeschichte und der Konzeption von Ausstellungen vermittelt. Das Ergebnis nennt Bernd Günter „Kreativ-Wirtschaft”, ein Bereich, dem er Wachstums-Potenzial bescheinigt. „Wenn ein Personalchef 200 Bewerbungen auf dem Tisch hat, wird er nicht nur nach Sprachen, Auslandsaufenthalten und praktischer Erfahrung entscheiden, sondern auch danach, ob einer ganz spezielle Zusatzqualifikationen mitbringt, die kein anderer Bewerber hat.”

Die erste Probephase des neuen Studiengangs läuft bereits, nähere Informationen bietet die Internetseite: www.phil-fak.uni-duesseldorf.de. Die nächsten 20 Plätze werden zum Wintersemester vergeben.

Ute Rasch

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