Karnevalistische Provinzposse

Es ist absurd, wie sich seit dem Wochenende die Diskussion um die Sitzungsparty der Karnevalsgesellschaft KG Regenbogen hochschaukelt. Venetia Claudia Monreal hatte sich öffentlich mokiert, dass sie beim Empfang bei der Sitzungsparty vom halbnackten Gogo-Tänzer Armin (24) angetanzt und dabei sogar berührt wurde. Das habe sie nicht toll gefunden, es wäre peinlich gewesen.

Peinlich ist die Reaktion der Venetia, die man als prüde bezeichnen kann. Die im Jahr 2000 als schwul-lesbischer Verein gegründete KG Regenbogen sorgt seit Jahren für frischen Wind im Düsseldorfer Karneval, ist bekannt für ihre etwas andere Sitzungsparty, die zum besten gehört, was der Düsseldorfer Karneval zu bieten hat. Traditionell gehören zu der warm-frivolen Fete junge Männer als Adjutanten auf der Bühne, die leicht bekleidet ihre gestählten Körper zeigen.

Bisher nicht nur zur Freude des Publikums, sondern auch vieler Akteure auf der Bühne und der bisherigen Prinzenpaare.

Das Comitee Düsseldorfer Carneval und die Prinzenpaar-Adjutanten hätte die Tollitäten vorwarnen müssen, was sie bei den Regenbogler erwartet. Wenn dem Prinzenpaar diese Art von Karneval nicht passt, hätte es die Einladung zur Sitzungsparty nicht annehmen dürfen. Das wäre besser gewesen, auch wenn das Prinzenpaar auf den wohl grandiosesten Einzug mit Begeisterungsstürmen und einem wahren Konfetti-Hagel verzichtet hätte. Aber dann wäre die Venetia nicht peinlich berührt gewesen, die städtische Gleichstellungsbeauftragte hätte sich nicht einschalten müssen, Regenbogen-Chef Andreas Mauska hätte sich nicht zu einer Entschuldigen genötigt gefühlt, CC-Präsident Josef Hinkel wäre der KG Regenbogen mit Kritik nicht in den Rücken gefallen und dem Karneval wären Schlagzeilen erspart geblieben.

So aber ist das nur eine peinliche, kleinkarierte Provinzposse.