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Kampf dem Party-Müll

19.08.2012 | 18:17 Uhr
Kampf dem Party-Müll
Oberkassels Bezirksvorsteher Rolf Tups, Umweltdezernentin Helga Stulgies (2.v.l.) und die städtischen Mitarbeiterinnen Jessica und Melissa warben mit eigens gedruckten Denkzetteln für saubere Wiesen.Foto: Sergej Lepke /WAZ FotoPool.

Düsseldorf. Tief und von keiner Wolke verdeckt, brannte die Sonne schon am Freitag über dem linken Rheinufer. Das Wochenende war heiß mit Temperaturen weit über 30 Grad, und dementsprechend viele Grillfans zog es an die Düsseldorfer Ufer.

Bevor der Ansturm aber richtig losging, machte Umweltdezernentin Helga Stulgies nochmals Werbung für ihre Müll-Kampagne. Zusammen mit Bezirksvorsteher Rolf Tups verteilte sie Flyer und Müllsäcke ganz unter dem Motto: „Unsere Stadt. Unsere Ufer. Unsere Verantwortung.“

„Seit April schicken wir Promotionteams auf die Wiesen zwischen der Rheinknie- und der Theodor-Heuss-Brücke und bisher wird die Kampagne sehr positiv angenommen“, sagt Helga Stulgies. Vor Ostern hatte die Stadt begonnen, Gespräche zu führen, Mülltonnen aufzustellen und „die Menschen zu sensibilisieren“, erklärt Rolf Tups. „Denn ohne Eigenverantwortung geht es natürlich nicht.“

Ralf Maushakes, Ulrich Nitzsches und Jan Ritterbachs Grill war einer der vielen Feuerstellen neben der Oberkasseler Brücke. „Wir haben immer unsere eigenen Mülltüten dabei“, betonten sie. „Aber dass den Leuten hier mal ein bisschen Sinn für ihre Umwelt vermittelt wird, war schon lange nötig.“ „Vor der Kampagne waren die Zustände an den Ufern wirklich katastrophal“, bestätigt Bezirksvorsteher Rolf Tups. „Wir haben hier Containerweise den Müll entfernen müssen. Da kamen Kosten von bis zu 300 000 Euro pro Saison zusammen.“

Zusätzlich zu den grünen Mülleimern hat die Stadt 40 graue Tonnen aufgestellt, um dem Müllchaos Einhalt zu gebieten. Ob das reicht, wird sich am Ende der Saison zeigen. Bisher liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Doch dass etwas getan werden muss, fanden am Wochenende auch Richard Gallus und Niklas Steffen. Die beiden 19-Jährigen aus Oberkassel sitzen gerne bei gutem Wetter am Rhein. „Aber mit nackten Füßen trauen wir uns nicht hier lang zu laufen“, sagten die Abiturienten. Dabei verhielten sie sich vorbildlich. Das Feuer mit Steinen umrandet. Den Müll in Tüten verpackt. „Wenn alle sich so verhalten würden, gäbe es kein Problem“, sagt Rolf Tups.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass das Grillen auf dieser Rheinseite nur „geduldet“ ist. Und dass auch nur auf dem Sand und nicht auf der Wiese. Woanders, zum Beispiel am Himmelgeister Rheinbogen, gibt es Bußgelder von bis zu 40 Euro, wenn man grillt oder Müll rumliegen lässt. Lange nicht alle Gruppen an diesem Wochenende schienen sich dem Vertrauensvorschuss der Stadt bewusst zu sein und nahmen nur teilweise ihren Müll wieder mit. Denn den ein oder anderen verlassenen Grillplatz mit dem obligatorischen Müllgürtel kann man nach dem Hitze-Wochenende trotzdem noch sehen. So scheint vor allem die rechte Rheinseite von der Kampagne nichts mitbekommen zu haben. Trotz der 3800 Gespräche, die die Promotionteams seit April geführt haben. Nach den heißen Nächten von Samstag und Sonntag sieht der Wochenbeginn auf den Rheinwiesen am rechten Ufer jedenfalls nicht nach „Vor dem Grillen ist nach dem Grillen“ aus, wie es einer der verteilten Flyer der Kampagne verkündet.

Stephan Weiner


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