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Kaffeekasse geplündert

28.06.2010 | 18:19 Uhr
Kaffeekasse geplündert

Düsseldorf.Auf den ersten Blick schien der Fall klar: Geld fehlte aus der Kaffeekasse, die die Altenpflegerin in ihrem Spind verwahrte. Nur einer Kollegin hatte sie ihren Schlüsselbund geliehen.

Doch die verdächtigte Kollegin (24) bestreitet den Diebstahl. Das Amtsgericht sprach sie frei.

Im Januar 2009 war der Krankenschwester (29) des Altenheims in Hassels die Lücke in der Kaffeekasse aufgefallen: 200 Euro fehlten in dem Kasten, in dem sie Trinkgeld von Angehörigen für die Stationsmitarbeiter sammelte. Zwei Monate später stand bei Dienstschluss ihr Spind offen, in ihrer Börse fehlten 50 Euro, aus der Kaffeekasse 40 Euro.

Sie erinnerte sich, an jenem Tag und auch einmal im Januar der 24-Jährigen ihren Schlüsselbund geliehen zu haben, zeigte sie wegen Diebstahls an.

Die erhielt einen Strafbefehl über 2400 Euro Geldstrafe, legte Einspruch ein. Vor Gericht schüttelte sie den Kopf über die Verdächtigung. Sie habe sich ständig Schlüssel geliehen: Als Schwangerschaftsvertretung habe sie keinen Generalschlüssel erhalten, habe für viele Türen Kollegen um Hilfe bitten müssen. Den Diebstahl habe sie jedenfalls nicht begangen.

Ihr Verteidiger erinnerte da-ran, dass es mal Thema unter den Kollegen war, dass die Spind-Schlüssel für mehrere Türen passten. Damit hätten viele andere auch Zugang zu dem Schrank mit dem Geld.

Selbst der Staatsanwalt hielt damit die Beweislage für zu dünn für eine Verurteilung, forderte Freispruch. Dem folgte das Gericht - nicht ohne Mahnung: „Nur Sie wissen, ob Sie es waren!“

Katharina Rüth

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