Käutner-Preis für Ulrich Tukur

Schauspieler Ulrich Tukur bekommt den Kultur-Preis.
Schauspieler Ulrich Tukur bekommt den Kultur-Preis.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Jury hat entschieden: Ulrich Tukur wird mit dem Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Düsseldorf..  Er ist einer der renommiertesten deutschen Mimen. Ulrich Tukur wird mit dem Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt ausgezeichnet. Dieser ist mit 10 000 Euro dotiert und wird zum 14. Mal vergeben. Die Jury-Entscheidung teilte Kulturdezernent Hans-Georg Lohe Tukur telefonisch mit. „Das ist ja großartig. Ich bin ein glühender Verehrer von Helmut Käutner, habe alle Filme von ihm gesehen und freue mich sehr. Ich habe nie verstanden, warum Käutner in der Öffentlichkeit heute nicht mehr so bekannt ist“, sagte der Schauspieler.

In der Begründung der Jury heißt es: „Ulrich Tukur gehört zu den herausragenden Schauspielern Deutschlands. Seit den achtziger Jahren verkörpert er überzeugend oftmals widersprüchliche Männerfiguren in deutschen und internationalen Filmproduktionen. In seiner Zusammenarbeit mit wichtigen Regisseuren gelingen ihm immer wieder Charakterdarstellungen von bleibender Wirkung. Mit großer Präsenz und Vitalität hat Ulrich Tukur das deutsche Kino, Theater und Fernsehen geprägt. Er liebt das schauspielerische Risiko, ganz besonders in historischen Rollen, und setzt sich damit bewusst in Beziehung zum Werk von Helmut Käutner.“

Tukur wurde am 29. Juli 1957 in Viernheim geboren (als Ulrich Gerhard Scheurlen). 1980 begann er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart eine Ausbildung zum Schauspieler. Nach Beendigung des Schauspielstudiums 1983 wurde er von den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert. Noch zu Studienzeiten ermöglichte ihm Michael Verhoeven erstmals in einem Film mitzuwirken. In „Die weiße Rose“ gab er den Studenten und Angehörigen des Widerstandskreises gegen die NS-Diktatur Willi Graf. Bei einem späteren Engagement in München wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, woraus sich eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit ergab, die 1984 schließlich zu Tukurs Durchbruch am Theater führte.

Er spielte unter Zadek zunächst an der Freien Volksbühne Berlin als SS-Offizier Kittel in Joshua Sobols Stück „Ghetto“. Später wurde für beide das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu ihrer künstlerischen Heimat – für Zadek als Intendanten und für Tukur von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen.

1986 wurde er von den deutschen Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 leitete er zusammen mit Ulrich Waller als Intendant die Hamburger Kammerspiele. 1995 gründete er die Tanzkapelle „Die Rhythmus Boys“ – mit Tukur als Sänger, Pianist und Akkordeon-Spieler. 2007 gab der Mime sein Debüt als Autor mit einem Erzählband, es folgten ein Gedichtband und die Novelle „Die Spieluhr“.

Im November 2010 gab Tukur sein Debüt als „Tatort“-Ermittler Felix Murot für den Hessischen Rundfunk, 2011 erhielt er dafür die Goldene Kamera als bester Schauspieler. Für die Darstellung des Erwin Rommel in „Rommel“ (2012) wurde Ulrich Tukur mit dem Bambi als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Der 57-Jährige ist zum zweiten Mal verheiratet und lebt seit 1999 mit seiner Frau, der Fotografin Katharina John, in Venedig auf der Insel Giudecca. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Töchter, Lilli und Marlene.