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Junge Flüchtlinge gestalteten Düsseldorfer Straßenbahn

19.03.2016 | 08:00 Uhr
Junge Flüchtlinge gestalteten Düsseldorfer Straßenbahn
Die von 13 jungen Flüchtlingen gestaltete Düsseldorfer Straßenbahn.Foto: Michael Dlugosch

Düsseldorf.  Die Zeichnungen der 16- bis 18-jährigen Geflüchteten sind nun für ein Jahr auf einer Straßenbahn zu sehen - sie erzählen vom Erlebtem und der Flucht.

Szenen aus dem Leben eines Flüchtlings: überfüllte oder gekenterte Boote, Ertrunkene an den Küsten, volle Asylunterkünfte. Aber auch Menschen, die sich an der Hand halten, die sich umeinander kümmern. Es sind Bilder, die ab sofort eine Straßenbahn zieren, anstelle der sonst üblichen Werbung. Die Zeichnungen stammen von 13 in Düsseldorf lebenden jungen Geflüchteten. Über den Kunstwerken steht auf Deutsch, Englisch und Französisch: „Keine Grenzen — Flüchtlinge willkommen“. Wer als Rheinbahn-Kunde die Wehrhahn-Linie nutzt, könnte mit dieser Bahn fahren. Ein Jahr lang soll sie im Einsatz sein, gestern fuhr sie erstmals.

Initiator der Aktion ist „No Border – Refugees Welcome“. Das Projekt hat in den drei Jahren seiner Existenz bereits einiges auf die Beine gestellt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von „SJD – Die Falken“ (SJD steht für Sozialistische Jugend Deutschlands) mit der Flüchtlingsinitiative „Stay!“ und dem soziokulturellen Zentrum Zakk in Flingern. „No Border“ gestaltete eine Hauswand in Garath, gründete eine Band, brachte ein Buch heraus.

Düsseldorf will seine "Willkommenskultur" ausdrücken

In all diesen Medien erzählen Geflüchtete ihre Erlebnisse. Jetzt „auf einer fahrenden Hauswand statt auf einer stehenden Hauswand“, wie es Torsten Nagel ausdrückt, Geschäftsführer der Falken. „Man erreicht jeden Tag 1000 Fahrgäste“, fügt Rheinbahn-Vorstandsmitglied Klaus Klar hinzu, die Bahn „fährt zu den Leuten“.

Denn in Zeiten, in denen die AfD bei Wahlen gut abschneidet, müsse auf das Leid der Flüchtlinge hingewiesen werden. Bei der Stadt Düsseldorf wie bei der Rheinbahn gebe es eine „Willkommenskultur“, sagt Klar. Der Oberbürgermeister unterstütze das Projekt, denn es sei „wichtig für Düsseldorf“, zitiert Nagel den Rathaus-Chef Thomas Geisel (SPD).

Gezielt in Asylunterkünfte gegangen

Ein Jahr hat es gedauert, bis das Straßenbahn-Projekt der Initiative „No Border“ Wirklichkeit wurde. Die Flüchtlingshilfe „Stay!“ ging gezielt in Asylunterkünfte und sprach die Jugendlichen an. 13 von ihnen nahmen schließlich teil. Sie kamen aus Ghana, Syrien, Afghanistan und Eritrea nach Düsseldorf und erreichen gerade das Erwachsenenalter. Ihre in Workshops entworfenen Bilder gestalteten zwei Düsseldorfer Künstler, die MaJo Brothers, als Graffiti-Aufdruck für die Bahn. Die MaJo Brothers sind die Brüder Marc und Joe Hennig.

Kultur sei ein gutes Mittel, sich über Sprachgrenzen hinwegzusetzen, sagt Robbie Hillmanns, Programmplaner des Zakk für den Bereich Interkultur. Deshalb sei es gut gewesen, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Programm „Kultur macht stark“ auch die Initiative „No Border“ unterstütze. Denn auch junge Flüchtlinge seien schließlich bildungsberechtigt.

Michael Dlugosch

Kommentare
20.03.2016
20:32
Junge Flüchtlinge gestalteten Düsseldorfer Straßenbahn
von casimir1 | #2

Eine sehr schöne Aktion von Stadt, Rheinbahn, Falken, Stay und ZAKK. Es wäre erfreulich, wenn dieses Beispiel viele Nachahmer finden würde.

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Junge Flüchtlinge gestalteten Düsseldorfer Straßenbahn
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2016-03-19 08:00
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