„Jobis Driessen wäre ein guter Mann“

Engelbert Oxenfort spricht im Interview über einen Nachfolger für den scheidenden CC-Präsidenten Josef Hinkel.
Engelbert Oxenfort spricht im Interview über einen Nachfolger für den scheidenden CC-Präsidenten Josef Hinkel.
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Nach dem angekündigten Rücktritt von CC-Präsident Josef Hinkel spricht CC-Ehrenpräsident Engelbert Oxenfort über die großen Aufgaben, die auf den Hinkel-Nachfolger zukommen.

Düsseldorf..  Er sollte Interimspräsident sein, regierte dann aber fünfeinhalb Jahre: Engelbert Oxenfort (79) empfindet im Gespräch das Wegbrechen vieler Kompetenzen im Vorstand der Karnevalisten als gravierendes Problem. Oxenfort äußert sich jetzt erstmals nach dem angekündigten Rücktritt von seinem Nachfolger Josef Hinkel, dem noch amtierenden Präsidenten des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC).

Frage: Die CC-Chefetage tritt ab, wie soll es dort jetzt weitergehen?

Engelbert Oxenfort: Das wird nicht einfach, wer jetzt kommt, findet nicht mehr viel vor. Josef Hinkel hatte karnevalistischen Sachverstand und konnte glänzend repräsentieren, Christoph Joußen war der Macher im Hintergrund. Schatzmeister Markus Plank hat gut gearbeitet, und wenn auch noch Literat Stefan Kleinehr aufhört, wird der Neustart sehr schwer.

Wer könnte es machen?

Michael Schweers, der Blau-Weiss-Präsident, wäre ein guter Mann. Aber er hat ja schon abgewinkt. Eigentlich fällt mir dann nur noch einer ein: Jobsi Driessen. Er bringt alles mit, er hat das Karnevalsgen, versteht was von Wirtschaft und ist menschlich souverän.

Er hat aber auch schon gesagt, dass er Chef des Prinzenclubs bleibt und nichts anderes will. Was muss denn ein CC-Chef mitbringen?

Man muss vor allem zuhören können. Die Vereine sind das Wichtigste, davon haben wir in Düsseldorf 70, jeder will Beachtung finden. Ich habe mich deswegen als CC-Präsident immer als Vater der Vereine empfunden. Man muss sie an die Hand nehmen und intensiv mit ihnen arbeiten. Dann braucht es Brauchtumswissen und wirtschaftlichen Verstand. Am besten, es übernimmt jemand diese Tätigkeit, der beruflich gefestigt ist und nicht mehr allzu lange arbeiten muss, also 55 bis 60 Jahre alt ist. Und er darf keine wirtschaftlichen Absichten mit dem Karneval verfolgen. Deswegen sollte Stefan Kleinehr wegen seiner Künstleragentur nicht CC-Präsident werden.

Würden Sie noch einmal antreten?

Es ist zu früh, darüber zu reden. Wenn überhaupt, dann höchstens für ein Jahr, um zu helfen – aber eigentlich eher nicht.