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Jetzt strickt die Stadt am Linien-Netz

02.03.2011 | 17:51 Uhr
Jetzt strickt die Stadt am Linien-Netz
Die Linie 701 soll künftig nicht durch den Hofgarten fahren, fordern die Heimatvereine. Foto: Uwe Schaffmeister

Wehrhahnlinie und Kö-Bogen: Gerüst für Nahverkehrsplan soll noch in diesem Monat stehen. Streitpunkt Hofgarten

Mit der Wehrhahnlinie und dem Kö-Bogen-Projekt wird auch das Liniennetz der Rheinbahn neu geknüpft. Die Stadt wollte sich mit dem Konzept eigentlich noch Zeit lassen. Doch aufgrund der jüngsten von der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimatvereine (AGD) angestoßenen Diskussion zieht das städtische Verkehrsdezernat die Planungen für die künftigen Linienverbindungen vor, kündigt der Beigeordnete Stephan Kettler an. Noch in diesem Monat soll das Grundgerüst stehen, das dann dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss zur ersten Beratung vorgelegt wird.

Damit reagiert die Stadt auf die veröffentlichten Vorschläge des AGD-Vorsitzenden Edmund Spohr, der bereits genaue Linienpläne für die Zukunft präsentiert hat. Wesentlicher Punkt ist, dass künftig keine Straßenbahn-Trasse mehr durch den Hofgarten führen soll.

Politik macht sich
für die 701 stark

Bisher fahren die 701 (Benrath-Rath), 715 (Unterrath-Eller) und die Ringlinie Linie 706 auf der Hofgartenstraße - links und rechts der Park. Spohr plädiert dafür, dass die Linie 701 von der Nordstraße-, über Duisburger-, Jacobi- und Oststraße fährt. Die Linie 715 könne ebenfalls verlegt und über die Immermannstraße zum Hauptbahnhof, von dort zur Hüttenstraße geführt werden. Auch die Linie 706 würde umgeleitet. Zudem schlägt die AGD einen unterirdischen Busbahnhof mit Anschluss an den U-Bahnhof Schadowstraße vor.

„Wir werden alles prüfen“, versichert Bernd Thomas, Referent des Verkehrsdezernenten. An der Straßenbahn-Trasse durch den Hofgarten werde man aber festhalten. Sie sei als Nord-Süd-Achse für die 701 unverzichtbar. Theoretisch möglich wäre aber eine Verlagerung anderer Linien.

Martin Volkenrath, Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses (SPD) ist auch skeptisch: „Die Linie 701 darf nicht langsamer werden“, fordert er.

Ähnlich argumentiert Norbert Czerwinski (Grüne). „Wir können diese Bahntrasse nicht ohne weiteres aufgeben. Dann fallen ganze Verkehrsbeziehungen weg.“

Die gleiche Meinung vertritt Rheinbahn-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Hartnigk (CDU). „Die 701 ist unsere wichtigste Straßenbahnlinie. Sie muss weiter durch den Hofgarten zur Berliner Allee fahren.“ Eine Umleitung bis zur Oststraße würde ein „Chaos“ auslösen. „Ich will dort keine Schienen. Dort ist schon genug Verkehr.“ Hartnigk hat dabei durchaus Verständnis für das Ziel der AGD, dass keine Bahnen durch den Park fahren. „Aber dann hätte ich die Linie unter die Erde legen müssen - und dieser Zug ist längst abgefahren.“

Michael Mücke

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