Jede Menge Studentenbuden

Derendorf/Düsseltal..  Seit 13 Jahren gibt es für die knapp 40 000 Quadratmeter große Brachfläche an der Grashofstraße zwischen Smart-Center und McDonald’s sowie dem Arag-Hochhaus Baurecht, umgesetzt wurde es jedoch bis heute nicht. Vorgesehen war ursprünglich eine Büro- und Dienstleistungsnutzung, aber so richtiges Interesse gab es offenbar nicht, die Planung direkt an diesem viel befahrenen Autobahnzubringer auch in die Tat umzusetzen. Bis jetzt. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum sieht das aktuelle Konzept jedoch komplett anders aus. Gerade vor dem Hintergrund, dass unweit bald die neue Fachhochschule an der Münsterstraße öffnet, sollen 480 Wohneinheiten entstehen, 190 davon sind explizit für Studenten vorgesehen. Auch das von OB Thomas Geisel verfolgte Handlungskonzept Wohnen werde „voll umfänglich“ umgesetzt, bestätigte Dirk Baackmann vom Planungsamt der Stadt jetzt im Rahmen einer Bürgerdiskussion in der Paulusschule: 20 Prozent der Wohnungen seien sozial gefördert, weitere 20 Prozent mit einer Zielmiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter preisgedämpft.

Die ursprünglich bis zu zehngeschossige Bebauung sei auf acht Geschosse reduziert worden, zur Mercedesstraße verringere sich die Anzahl der Geschosse auf sechs. „Dieser neue Gebäuderiegel ist in engem Zusammenhang mit der kompletten Planung an dieser Stelle zu sehen“, sagte Baackmann. So würde der Wohnkomplex quasi von zwei neuen Hochhäusern – dem Sky View im Schatten des Smart-Centers an der Grashofstraße und dem Upper Nord Tower quer gegenüber des Arag-Hochhauses an der Münsterstraße – eingefasst. „Diese Neubebauung wird für den nördlichen Stadteingang prägend sein“, prophezeite der Experte. Das Leben in dem Wohnquartier werde sich ausschließlich abseits der Grashofstraße abspielen. Zur Südseite würden sich drei begrünte Innenhöfe mit Balkonen zur Mercedesstraße hin öffnen, die Fassade zum Autobahnzubringer diene dagegen allein als Lärmschutzbebauung. Geplant ist auch eine zweigruppige Kindertagesstätte mit einer 750 Quadratmeter großen Außenfläche sowie direkte Wegeverknüpfungen zum Arag-Park, dem DSC-Sportplatz, dem Einkaufscenter an der Rather Straße und der Fachhochschule. Eine zweigeschossige Tiefgarage sorge für genug Parkgelegenheiten.

Der zuvor in der Bezirksvertretung geprägte Begriff von „hängenden Gärten“ sei zwar etwas übertrieben, „eine großzügige Begrünung ist aber durchaus vorgesehen“, erklärte Baackmann. Bei den Zuhörern stieß die vorgestellte Planung durchaus auf Wohlwollen, allein die lange Fassade zur Grashofstraße sorgte trotz der eingebauten Fluchten für allgemeines Unbehagen. Den anwesenden Planungsausschussvorsitzenden Alexander Fils erinnerte die lange Mauer an ein Gefängnis. Er regte eine intensivere Begrünung oder alternativ einen „Kunst am Bau“-Wettbewerb an. Seine Frage, ob denn auch eine achtgeschossige Bebauung entsprechend vom Land gefördert werde, obwohl dies doch eigentlich nur bis zu sechs Geschossen üblich sei, beantwortete Baackmann mit „dem Prinzip Hoffnung. Wir bauen da auf die Gesprächsbereitschaft des Landes.“ Laufe alles optimal, könne in einem Jahr mit der Vermarktung begonnen werden.