„Irgendwie anders“ – Tolles Stück für Kinder ab 4

Sand rinnt durch die Hände der Schauspieler, wenn es um Gleichförmigkeit geht.
Sand rinnt durch die Hände der Schauspieler, wenn es um Gleichförmigkeit geht.
Foto: Hoppe
Was wir bereits wissen
Junges Schauspielhaus in Düsseldorf: Mit dem Stück „Irgendwie anders“ gelingt eine beeindruckende Premiere.

Düsseldorf..  Es geht unter jede Pore, wie „Irgendwie Anders“ von den Gleichmachern gehänselt wird. Wenn deren hämisches Lachen von der Bühne hoch hinauf bis in die letzte Publikumsreihe dringt. „Er malt nicht wie wir, er redet nicht wie wir und er spielt nicht wie wir“, urteilt die Mehrheit über den Außenseiter und lässt ihn stehen.

Das Stück „Irgendwie anders“ von der britischen Autorin Kathryn Cave entfaltet seine Stärke darin, dass es erzählt statt zu werten. Gemeinheiten werden nicht verurteilt sondern vorgeführt. Das aktiviert den Reiz, selbst zu denken, zu eigenen Ergebnissen zu kommen, statt fertige Moralvorstellungen zu konsumieren, um diese sofort wieder zu vergessen.

Poetische Inszenierung

Unter der Regie von Franziska Henschel ist eine kluge, poetische Inszenierung für Kinder ab vier Jahren entstanden. In 30 Minuten erzählt das Stück die Geschichte von dem Wesen namens „Irgendwie Anders“, das allein und umgeben von tosenden Winden auf einem Gipfel lebt. Es versucht vergeblich, sich den Gepflogenheiten der anderen anzupassen, die Ausgrenzung bleibt.

Eines Tages klopft „Etwas“ an seine Tür. Ein weiteres Wesen, dass ebenfalls anders als die Mehrheit ist. „Etwas“ möchte mit „Irgendwie Anders“ Freundschaft schließen.

Doch auch jetzt greifen die reflexartigen Mechanismen: „Du bist anders als ich, ich will mit dir nichts zu tun haben“. „Irgendwie Anders“ ist eben nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Doch glücklicher Weise erinnert es sich an das schale Gefühl des Ausgegrenzt- und Alleinseins. Darum holt es „Etwas“ zurück. Trotz ihrer Verschiedenheit entsteht eine Freundschaft. „Du bist zwar nicht wie ich, aber das ist mir egal.“, sagt „Irgendwie Anders“. Und ob „Etwas“ noch immer Lust habe, herein zu kommen, lautete die anschließende Frage. „Das Etwas hatte Lust“ sagt eine Stimme von der Bühne – zur Erleichterung der großen und kleinen Zuschauer

Besonders gelungen sind neben der schauspielerischen Leistung von Jasmina Music, Philip Schlomm und Dominik Paul Weber die Umsetzung des Bühnenbilds und die Kostüme. Die Schauspieler geben Gestellen, deren Kopf ein Scheinwerfer ist, Gestalt. Durch diese Abstraktion kann das Publikum den Figuren mittels eigener Vorstellungskraft ein Aussehen geben. Nebenbei wird mit Doppeldeutigkeiten gespielt. Der Köpfe sind mehr oder weniger erleuchtet. Ein weiteres universell eingesetztes Utensil ist feiner Sand. Der rinnt durch die Hände, wenn es um Gleichförmigkeit geht.