Indianer-Club soll weg aus Flingern

Der Streit des Eisenbahner-Sportvereins Blau-Weiß 1926 mit seinem Untermieter, dem Yellowstone-Indianerclub, spitzt sich zu. Per Zivilklage beim Landgericht will der Sportverein die Indianer jetzt vor die Tür setzen. Der Sportverein stützt seine Räumungsklage auf Mietrückstände. Tatsächlich zahlen die Indianer nach Angaben von Club-Chef Heinrich Oehm seit zwei Jahren unter Hinweis auf schwere Baumängel nur noch 60 Prozent der Miete – und hinterlegen dieses Geld beim Amtsgericht. Ein Urteil will das Landgericht im Mai verkünden.

Das Dach sei undicht, die gesamte Elektrik schadhaft, auch klagen die Indianer über Schimmelbefall und Risse in Mauern. Mehrfach habe man dem Sportverein als Hauptmieter diese Mängel angezeigt, zuletzt die Miete gekürzt. Die Hälfte davon sollte der Yellowstone-Club ohnehin als Platzwart bei den Sportlern abarbeiten dürfen, die andere Hälfte sollte dem Sportverein zufließen. Doch von dieser zweiten Hälfte behalten die Indianer 40 Prozent ein, überweisen die restlichen 60 Prozent ans Amtsgericht. Nach schweren Streitereien mit dem aktuellen Vereinsvorstand von Blau-Weiß gibt Indianer-Chef Oehm an, er habe den Sportlern vielfach Vorschläge zur Lösung der Konflikte unterbreitet, aber vergebens. Der Sportverstand geht davon aus, dass die inzwischen angelaufenen Mietrückstände von mehr als 5000 Euro einen Rauswurf der Indianer rechtfertigen. Oehm vermutet, der Sportverein habe nicht genug Geld, um 120 000 Euro für die fällige Sanierung aufzubringen, wolle die Indianer als unbequeme Untermieter deshalb loswerden.

Das würde bedeuten, dass bei einer erfolgreichen Räumungsklage nicht nur die Indianer wegziehen müssten, sondern auch deren naturpädagogische Schule (die bisher nach Clubangaben angeblich rund 15 000 Kinder besucht haben) und auch eine Greifvogel-Warte. Ein Kompromiss ist derzeit offenbar nicht in Sicht.