In Düsseldorf ist ein Streit ums Ponyreiten entbrannt

Pony-Karussell auf der Düsseldorfer Rheinkirmes.
Pony-Karussell auf der Düsseldorfer Rheinkirmes.
Foto: Uwe Schaffmeister
Was wir bereits wissen
Die St.-Sebastianus-Schützen, Veranstalter des Rheinkirmes, haben angekündigt, dass die Manege mit den Ponys diesmal nicht dabei ist. Vorher hatte es Proteste der Tierschutzorganisation Peta gegeben.

Düsseldorf..  Susi freut sich schon das ganze Jahr darauf: Kirmes in Düsseldorf. Da fährt die Achtjährige aus Flingern jedes Jahr hin. Zuckerwatte, Kettenkarussell, vielleicht auch die Geisterbahn – und natürlich Ponyreiten. Wie alle Mädchen mag Susi die kleinen Pferde. Aber diesmal wird aus dem Reitvergnügen nichts. Die St.-Sebastianus-Schützen, Veranstalter des Riesen-Rummels, haben angekündigt, dass die Manege mit den Ponys diesmal nicht dabei ist. Vorher hatte es Proteste der Tierschutzorganisation Peta gegeben, zuvor immer wieder Kritik von Besuchern. Vorwurf: Das stundenlange Gehen im Kreis sei Tierquälerei. Daran scheiden sich die Geister.

Sie nennt sich stolz „Die Größte Kirmes am Rhein“. 165 000 Quadratmeter Festwiese am Rheinufer in Oberkassel. Da ist viel Platz für rund 300 Schaustellerbetriebe, für die Achterbahn, fürs Riesenrad, für Tempokreisel und Wasserrutsche. Aber ausgerechnet für die kleine Reithalle mit den Ponys soll diesmal kein Platz da sein. „Wir haben mehr als 1000 Anfragen von Schaustellern bekommen“, erklärt Thomas König, Chef der Rheinkirmes-Gesellschaft. „Bei den Kindergeschäften wollten wir jetzt mal was Neues haben“. Was das ist, mag er noch nicht verraten. Mit der Kritik der Tierschützer habe die Absage an den Pony-Betrieb überhaupt nichts zu tun, heißt es.

Für Tierschützer ein Erfolg

Für die Aktivisten von Peta ist das aber ein Erfolg. Die Tierschützer hatten vorher protestiert. „Für die Ponys ist das alles andere als Spaß“, schimpft Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Die Tiere werden für einen kurzen Kinderspaß ihr Leben lang als Rondellmaschinen missbraucht.“ Die vorgeschriebenen Pausenzeiten alle vier Stunden könne in der Praxis kein Amtsveterinär überwachen. Peta hat OB Thomas Geisel angeschrieben und an die Ratsfraktionen appelliert, die „Ponykarussells in Zukunft in Düsseldorf nicht mehr zuzulassen“.

Der Deutsche Schaustellerbund fordert dagegen, dass diese Reitbahnen auch weiterhin zu Volksfesten zugelassen werden. In einer Erklärung heißt es: „Den Tieren werden keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt, die vorgeschriebenen Pausen werden eingehalten. Die Tiere haben zwischenzeitlich stets ausreichenden Auslauf. Dies ist insbesondere in den Ruhezeiten, zwischen den Veranstaltungen der Fall.“ Beim Grasen würden Pferde zwölf bis 15 Stunden am Tag rund 30 Kilometer im Schritt zurücklegen. Somit sei auch auf der Kirmes eine artgerechte Beschäftigung gegeben.

Die Veranstalter der Rheinkirmes gehen dem Streit aus dem Weg und haben das Problem für dieses Jahr – sicher auch zur Erleichterung des Oberbürgermeisters – elegant gelöst.

Allerdings mag Thomas König nicht ausschließen, dass es im nächsten Jahr wieder ein Pony-Karussell geben wird. Susi und die anderen kleinen Ponyfreunde werden sich bis dahin eine andere Reitgelegenheit suchen müssen.