Immer mehr Mieter bitten in Düsseldorf um Rechtsberatung

Der erste Vorsitzende des Mietervereins Düsseldorf, Hans-Joachim Witzke (r.), freut sich über eine Rekordzahl an Mitgliedern.
Der erste Vorsitzende des Mietervereins Düsseldorf, Hans-Joachim Witzke (r.), freut sich über eine Rekordzahl an Mitgliedern.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Mieterverein Düsseldorf hat so viele Mitglieder wie noch nie zuvor. Die häufigsten Fragen haben Mieter zu Nebenkosten und Wohnungsmängeln.

Zum Ende des abgelaufenen Jahres hat der Mieterverein Düsseldorf e.V. seit seiner Gründung im Jahre 1899 erstmals die Marke von 33 000 Mitgliedern überschritten. Die Mitgliederzahl betrug zum Jahreswechsel genau 33 007.

„Diesen Erfolg verdanken wir dem engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten, insbesondere der Beratungsarbeit unserer neun angestellten Juristen sowie vier weiteren freien Rechtsanwälten“, sagt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mietervereins. Der Mieterverein Düsseldorf bietet seinen Mitgliedern Hilfe und Schutz in Fragen rund um die eigene Wohnung, insbesondere eine Mietrechtsberatung.

Topthema Betriebskosten

Weit über die Hälfte aller Rechtsberatungen entfielen im abgelaufenen Jahr auf die Klassiker Betriebskosten und Wohnungsmängel. Mit 43,2 Prozent aller Rechtsberatungen ist das Thema Heizkosten und Nebenkosten nach wie vor das dominierende Thema.

Danach folgen die Themen Wohnungsmängel mit 22,8 Prozent und an dritter Stelle Fragen des Mietgebrauchs (13,3 Prozent). Hierunter fallen alle Beratungen, die Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis als Hintergrund haben, und Beratungen im Vorfeld beziehungsweise beim Abschluss des Mietvertrages. Fragen beispielsweise, ob die geforderte Miethöhe rechtmäßig ist, die Vereinbarung einer Staffel- oder Indexmiete anzuraten ist, ob und, wenn ja, welche Auskünfte und Informationen der Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung abfragen darf, welche Regeln zu beachten sind, wenn eine WG einen Mietvertrag abschließen will, bis hin zur Problematik, ob Tierhaltung erlaubt ist, die Haustür abends abgeschlossen werden muss oder wie laut gefeiert werden darf.

Mietpreisbremse spielt noch keine Rolle

Das vierthäufigste Beratungsthema waren die Mieterhöhungen (11,4 Prozent). Hier spiegeln sich die Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten mit zuletzt stark steigenden Mieten wieder. Vermieter haben offensichtlich 2014 häufiger und wohl auch stärker die Mieten erhöht. Die Kappungsgrenzenverordnung, die zum 1. Juni 2014 in Kraft getreten ist und wonach in bestimmten Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten die Miete innerhalb von drei Jahren nur noch um 15 Prozent statt um 20 Prozent steigen darf, hat hier möglicherweise zu einer zusätzlichen Sensibilisierung in Mieterhöhungsfragen geführt. Die so genannte Mietpreisbremse, über die aktuell diskutiert wird, habe für die Beratungen in 2014 noch keine Rolle gespielt.

Beratungen zu den Themen Kündigung (7,4 Prozent), Mietkaution (6,1 Prozent) und Schönheitsreparaturen (2,62 Prozent) wurden etwas weniger stark in Anspruch genommen als im Vorjahr.