Düsseldorf

Immer mehr Düsseldorfer fahren Bahn und Bus

Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Fahrgäste der Rheinbahn in Düsseldorf um 1,1 Millionen auf 218 Millionen. Tendenz: weiter aufwärts. Doch diesmal waren es die Kunden mit dem kleineren Geldbeutel, die die Rheinbahn weiter nach vorne bringen: Menschen, die ein Sozialticket kaufen und Studenten, die ein Semester-Ticket erwerben.

Diese beiden Gruppierungen machen rund drei Viertel der Fahrgast-Zuwächse aus, berichtet Rheinbahn-Chef Dirk Biesenbach.

Das 29,90 Euro teure Sozialticket, auf das Menschen mit geringem Einkommen einen Anspruch haben, ist in Düsseldorf inzwischen stark gefragt. Der Verkauf stieg um 25 Prozent. Wurden im Dezember 2012 noch 11 200 Tickets verkauft, waren es April 2014 schon 15 000.

Das Semester-Ticket für Studenten ist ein Verkaufsschlager geworden. Hier lag die Steigerung im Vorjahr sogar bei 30 Prozent. Der Hauptgrund dafür dürfte der doppelte Abi-Jahrgang gewesen sein.

Die Bilanz 2013 des Verkehrsunternehmens ist durchweg positiv:
Die Fahrgelderlöse stiegen um 8,9 auf 184,6 Millionen Euro.
Der Umsatz verbesserte sich von 203,5 auf 209,4 Millionen Euro.
Der Kostendeckungsgrad erhöhte sich ebenfalls - und zwar von 81,7 auf 82,4 Prozent. Die Stadt Düsseldorf muss demnach einen Verlust von 39 Millionen Euro ausgleichen. Mitte der 90 Jahre zahlte sie noch doppelt so viel an die Rheinbahn.

Ob der Verlust eines Tages bei Null liegen könnte, darüber wagt Rheinbahn-Vorsitzender Dirk Biesenbach keine Prognose. Er verweist auf die immensen Investitionen, die das Unternehmen stemmen und dafür Kredite aufbringen muss. Allein 2013 lag der Schuldenstand bei 322 Millionen Euro, sieben Jahre zuvor waren es noch hundert Millionen Euro.

Das Investitionsvolumen betrug 2013 über 66,4 Millionen Euro. 150 neue Busse wurden angeschafft, neue Bahnen in Auftrag gegeben, vor allem aber wurde in die Infrastruktur (42 Prozent) investiert.

Einen wichtigen Etappensieg hatte die Rheinbahn gegen den hohen Krankenstand ihrer nunmehr 1330 Fahrer errungen. Der Krankenstand fiel von 10,65 Prozent im Jahre 2011 auf 9,15 Prozent im Jahre 2013. Allein ein Prozentpunkt weniger macht eine Ersparnis von 1,4 Millionen Euro aus, betont Klaus Klar vom Vorstand. Wichtig sei die richtige Unternehmensführung gegenüber den Mitarbeitern. „Dazu ist ein respektvoller Umgang in Augenhöhe nötig“, so Klar. Man müsse auf die Sorgen der Mitarbeiter eingehen, aber auch eine klare Haltung bei denen zeigen, „die uns hinters Licht führen.“ So habe man sich von 24 krank Gemeldeten getrennt, die sich langfristig nicht in den Arbeitsprozess integrieren lassen wollten.

Eine deutliche Entlastung ist die Anpassung der Fahrpläne. Sie sorgen für mehr Pünktlichkeit und dafür, dass der Fahrer seine wohlverdiente Pause bekommt.