Immendorff-Witwe fordert eine halbe Million Euro von Kunsthändler Achenbach
08.08.2012 | 18:13 Uhr 2012-08-08T18:13:00+0200
Düsseldorf. Die Witwe Oda Jaune des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff hat den Kunsthändler Helge Achenbach auf Zahlung von 510.000 Euro verklagt. Diese sei er ihr aus Erlösen aus der Vermarktung von Werken ihres Mannes schuldig. In einem früheren Prozess waren ihr schon einmal 60.000 Euro zugesprochen worden.
Affen waren das Markenzeichen von Künstler Jörg Immendorff. Er malte sie, druckte sie, baute Skulpturen aus den Tieren, die mal so intelligent und dann wieder so albern wirken. Und sie sorgen jetzt für Ärger: Immendorffs Witwe Oda Jaune hat Kunsthändler Helge Achenbach verklagt, weil er ihr Erlöse aus der Vermarktung von Affen-Werken schuldig sei. Sie will eine halbe Million Euro.
Dabei beruft sie sich auf Vereinbarungen zwischen ihrem Mann und dem Kunsthändler, dem Immendorff die Vermarktung der Affen-Plastiken übertragen hat. Nach der Verabredung sollten die Verkaufs-Erlöse je zur Hälfte geteilt werden. Es geht unter anderem um die „Affen-Tore“, Figuren, in denen mehrere Affen miteinander spielend oder kämpfend einen Bogen bilden. Ein sechs Meter hohes Exemplar davon wanderte erst kürzlich von Bremen nach Salzburg, sorgt jetzt für Gesprächsstoff in der Kulturstadt.
Die Witwe fordert 510.000 Euro
510.000 Euro fordert Oda Jaune (32) von Helge Achenbach, will zudem Auskunft über Herstellungskosten, bisherige Verkäufe und Erlöse. Nach Auskunft ihres Anwalts Benedikt Bräutigam wurden sie misstrauisch, weil Achenbach einmal Herstellungskosten zu hoch ansetzte und damit den Erlös schmälerte. Daher haben sie die Klage auf von erst 400.000 Euro auf die jetzigen 510.000 Euro erhöht. Der Kunsthändler will Oda Jaunes Forderung mit eigenen Ansprüchen an Immendorff beziehungsweise sie aufrechnen.
Mittwoch hätte eine Verhandlung vor dem Landgericht stattfinden sollen, doch Achenbachs Anwalt hat einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin gestellt. Über den Antrag muss nun erst entschieden werden. Wann es weitergeht, ist noch offen.
Ähnlicher Fall vor einem Jahr
Das Werk Jörg Immendorffs ist Gegenstand bereits mehrerer Prozesse. Vor einem Jahr ging es in einem ähnlichen Verfahren um die Plastik „Imme“, eine stehende Biene, die mit einem Pinsel den Boden kehrt. Herstellung und Verkauf hatte Galerist Marcel Uecker-Hardung übernommen. Von ihm forderte Oda Jaune 112.000 Euro, der Galerist führte an, der Käufer habe nicht vollständig gezahlt. Man einigte sich, dass Oda Jaune 60.000 Euro erhalten soll.
Noch nicht beendet sind die Verfahren um die Echtheit zweier Bilder. Das Echtheits-Problem taucht auf, weil Immendorff am Ende seines Lebens wegen seiner Lähmung nicht mehr malen konnte. Malten seine Assistenten nach seiner Anweisung, gelten die Bilder als echt. Aber es soll auch Werke geben, die sie ohne ihn produzierten und als echt verkauften. Möglicherweise hat das Immendorff sogar selbst getan. Wegen eines solchen Fälschungsverdachts wollte Oda Jaune ein Bild vernichten lassen. Für ein anderes fordert ein Käufer Geld von einer Galerie zurück.
Und schließlich geht es um das gesamte Erbe Immendorffs. Ein unehelicher Sohn des Künstlers klagt seinen Anteil ein. Dafür muss der Wert des Werks bestimmt werden, was unter anderem wegen der Fälschungen nicht einfach ist. Er fordert von Oda Jaune 4,5 Millionen Euro.
01:18
Warum fällt mir immer der Begriff "Gier" ein, wenn ich den Namen Oda Jaune lese??
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15:01
Das liest sich ja wie 23,5 Folgen Dallas oder Denver Clan. ;-)
13:03
Editiert mal bitte jemand die Zwischenüberschrift "Die Witze fordert 510.000 Euro" ?
Autsch!
Vielen Dank für den Hinweis - Fehler ist korrigiert
Die Redaktion