Im Jugendtreff packen alle mit an
12.02.2010 | 17:45 Uhr 2010-02-12T17:45:00+0100Düsseldorf. „Einfach toll” findet Pfarrer Karl-Heinz Sülzenfuß den Einsatz der 40 jungen Leute für „ihr” Jugendheim. Das steht seit über 100 Jahren neben der Basilika St. Margareta am Gerricusplatz, trägt den unaussprechlichen Namen „Aloysianum”, umfasst 240 Quadratmeter und ist ein Sanierungsfall.
Ob Messdiener, Pfadfinder oder Chorsänger - alle wussten, dass viel Arbeit auf sie zukommen würde, als sie voriges Jahr mit Hilfe von Handwerkern und Bürgern ans Werk gingen. Allein das Entrümpeln wurde zum großen Kraftakt. „Aber jetzt sieht man Ergebnisse, und das motiviert uns ganz besonders”, sagt Stefanie Seyl vom Leitungsteam für die Gruppenarbeit. Die 24-Jährige, selbst ehemaliges „Gruppenkind” und inzwischen Sozialpädagogin, weiß den Vorteil des praktischen Einsatzes zu schätzen: „Die Jugendlichen werden viel pfleglicher mit den Räumen umgehen.”
Der Keller ist schon fertig. Die alte Holzverkleidung wurde entfernt, das ursprüngliche Ziegelmauerwerk neu verfugt, die Gewölbedecke gestrichen. Den schulfreien Karnevalstag gestern nutzten nicht nur Jungen und Mädchen, sondern auch zwei erwachsene Frauen zum Arbeitseinsatz. Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ging als Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung Gerricus ans Werk und kratzte Tapeten ab. Neben ihr zog Birgit Roos, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse, den Blaumann an und griff zum Schwingschleifer. Beide professionell angeleitet von Malermeister Alfons Föster, selbst Mitglied der Gemeinde und Betreuer der Selbsthilfe-Aktion.
Ohne ihre Mitwirkung wäre die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes mit seinen auffälligen gelben Ziegeln niemals in Gang gekommen. Denn die Gemeinde hat dafür kein Geld, und das Erzbistum Köln gibt keine Zuschüsse. Deshalb unterstützt die Bürgerstiftung Gerricus das Projekt mit Zinserträgen aus dem Stiftungskapital. Private Spender griffen ebenfalls ins Portemonnaie, weitere werden noch gesucht. Und die Sparkasse stellte den Erlös ihrer Weihnachtskartenaktion in Höhe von 15 000 Euro zur Verfügung.
Den größten Gewinn haben jetzt schon die jungen Leute: Sie haben gelernt, Türen abzuschleifen, alte PVC-Böden und Tapeten zu entfernen und Ideen für die Raumgestaltung im Team zu entwickeln.
Das „Aloysianum” wurde 1892 von dem Gerresheimer Drahtfabrikanten-Ehepaar Frieding im Gedenken an ihren verstorbenen Sohn Aloys gebaut. Es war zunächst Krankenpflegestation, später Kinderheim. Zeitweise wohnten auch Seelsorger dort. Heute wird das Haus als Gemeindezentrum und Jugendtreff genutzt. Jede Woche treffen sich dort 300 Kinder und Jugendliche -Messdiener, Kommunionkinder, Firmlinge, Chorgruppen, katholische Jugend, Pfadfinder und Malteserjugend.
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