Im Breidenbacher Hof ist fast kein Wunsch zu extravagant

Personal Assistant Managerin Susanne Köhler liebt ihren Job im Breidenbacher Hof.
Personal Assistant Managerin Susanne Köhler liebt ihren Job im Breidenbacher Hof.
Foto: OH
Was wir bereits wissen
Venezianische Hochzeit, Tennistraining zu später Stunde – im Düsseldorfer Hotel Breidenbacher Hof scheint kein Gästewunsch zu abwegig zu sein.

Susanne Köhler leitet eine ganz spezielle Abteilung im Breidenbacher Hof an der Königsallee: Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern kümmert sie sich um alle Wünsche, die die Gäste haben – von musikalischer Untermalung durch Vivaldi bis hin zu einer venezianischen Hochzeit. Kein Wunsch scheint zu abwegig.

„Das Modell der persönlichen Assistenten in unserem Haus ist absolut einzigartig“, sagt die Personal Assistent Managerin. „Wir haben keinen klassischen Concierge-Service im Haus, vielmehr verbinden wir die Aufgaben eines Concierges, eines Butlers und eines guten Freundes für unsere Gäste.“

Weltweit größter Living-Room im Breidenbacher Hof

Der Breidenbacher Hof verfolgt das Ziel, ein zweites Zuhause für seine Gäste zu sein. Das beginnt schon weit vor der Anreise mit dem Anruf beim Gast oder der Sekretärin. „Welche Süßigkeit mag ihr Chef besonders gerne?“ So kann es passieren, dass bei einem Unternehmer eine Schale Lakritzschlangen auf dem Tisch steht und Klänge von Vivaldi durch das Zimmer schallen.

Schon bei der Abholung wird der Gast mit Namen angesprochen. Weiter geht es an die Rezeption, die schon über eventuell geäußerte Wünsche des Gastes informiert ist. Auf dem Weg in die Zimmer passieren die Gäste zwangsläufig das Allerheiligste des Breidenbacher Hofes: den weltweit größten Living-Room. Dieser Raum ist so etwas wie ein Clubraum für alle Hotelgäste. Cappuccino, Softdrinks, Bücher, nationale und internationale Zeitungen stehen kostenlos zur Verfügung. Hier ist Köhlers Arbeitsplatz, hier steht sie Tag für Tag mit den Hotelgästen in Kontakt.

Extravagante Bedürfnisse werden erfüllt

Fragt man sie nach besonders ausgefallenen Wünschen der Hotelgäste, fallen ihr sofort einige ein. Ein 86-jähriger Gast wollte am Sonntagabend um 21.30 Uhr eine Tennisstunde haben. Alles kein Problem: Mitarbeiter Malte war früher Tennis-Profi, organisierte einen passenden Platz und schon ging’s mit der S-Klasse zum Training. Den Wünschen der Gäste sind nur wenige Grenzen gesetzt. So organisierte Köhler mit ihrem Team eine venezianische Hochzeit im Hotel, als ein Gast seinen Flug verpasste. Seien es 500 000 Samen für den heimischen Blumengarten, der 20 000 Euro Verlobungsring für den Antrag oder ein Frühstück samt Unterhaltung für Liza Minnelli um drei Uhr früh – Köhler sorgt dafür, dass ihre Gäste wunschlos glücklich auschecken und natürlich gerne wiederkommen.

Köhler ist das Hotel-Leben nicht unbekannt. Die 47-Jährige stammt aus Dessau, reiste mit dem Fall der Mauer in den Westen aus. Sie arbeitete als Hotelfachfrau in Berlin, zog dann nach Bochum und Hagen, wo sie in unterschiedlichen Hotels arbeitete. Seit Ende 1996 lebt sie mit ihrem Mann in Düsseldorf. Lange Jahre betrieben sie gemeinsam ein Goldschmiede-Geschäft im Zooviertel – bis der Neubau des Breidenbacher Hofs begann und in der Zeitung die ersten Stellenausschreibungen auftauchten. „Eigentlich war auf den ersten Blick gar nichts Maßgeschneidertes für mich dabei, trotzdem war ich sofort Feuer und Flamme.“ Sie bewarb sich und wurde nach Durchlaufen einer „harten Bewerbungsphase“ eingestellt. Seitdem ist sie zurück in ihrem Lieblingsberuf. „Auch nach sieben Jahren freue ich mich jeden Tag aufs Neue zur Arbeit zu gehen.“

Udo Lindenberg war Liftboy und Page

Fragt man die Hotel-Expertin nach ganz besonderen Persönlichkeiten im Hotel, fällt unweigerlich der Name Udo Lindenberg. Mit 15 Jahren arbeitete er als Liftboy und Page im Breidenbacher Hof und ist dem Hotel auch nach seiner Wiedereröffnung 2008 treu geblieben. „Udo ist ein absolutes Unikat, sympathisch und unkompliziert. Er fühlt sich hier zu Hause. Genau das ist unser höchstes Ziel, wir wollen kein reines Hotel sondern ein zweites Zuhause für unsere Gäste sein.“