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Prozess

Hundertjährige Bonsai-Bäume gestohlen

30.10.2012 | 09:00 Uhr

Düsseldorf. Die Einbrecher stahlen „nur“ ein paar Pflanzen. Aber dabei wussten sie genau, was sie taten, denn sie nahmen in der Nacht auf den 18. Dezember 2011 aus einer Bonsai-Werkstatt zehn Miniatur-Bäume mit. Gesamtwert: 50 000 Euro.

Jetzt saßen drei junge Männer von 20 bis 25 Jahren wegen Diebstahls im besonders schweren Fall vor dem Amtsgericht. Doch sie stritten ab, etwas mit dem Baum-Diebstahl zu tun zu haben: Sie seien für einen Geburtstagsbesuch in der Gegend gewesen.

Eine Anwohnerin (28) hatte die Einbrecher beobachtet: Sie sah von ihrem Balkon, wie insgesamt sechs junge Männer erst Richtung Bonsai-Werkstatt liefen, dann mit Pflanzschalen in den Armen zurückkamen. Sie rief die Polizei.

Die traf kurz darauf die drei Angeklagten auf der Straße. Und ein Stück weiter, am Schützenplatz, fand sie die gestohlenen Bäumchen. Einer der Aufgegriffenen passte genau auf eine Beschreibung der Zeugin. Sie hatte unter den Einbrechern einen jungen Mann wiedererkannt, den sie bei ihrer Ankunft vor ihrem Haus gesehen hatte: „Er stach aus der Gruppe heraus, war größer und schwerer, trug glitzernde Ohrringe.“ Sie identifizierte im Gericht den 25-jährigen Angeklagten als den Mann.

Die Polizei hatte bei allen Dreien Grünspuren an der Kleidung gefunden. Und bei dem 25-Jährigen eine Kneifzange, die zum Loch im Zaun der Bonsai-Werkstatt passte. Dennoch stritten sie jede Beteiligung ab.

Der Inhaber der Werkstatt bestätigte: „Das waren die wertvollsten Bäume, die wir hatten.“ Die Kiefern, Lärchen, eine Hemlocktanne und die Azaleen hat er zum Glück unbeschadet zurückerhalten. An die hundert Jahre alt seien die Bäume gewesen. Was die Diebe damit wollten, weiß er nicht. Man höre aber in letzter Zeit öfter von solchen Diebstählen. Er hat seit dem Einbruch seine Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Schon damals hatte er eine Videokamera installiert. Den Film von der Tatnacht will sich das Gericht am 19. November ansehen.

Katharina Rüth


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