Hundehalter protestiert gegen Geldbuße

100 Euro Buße für den Halter eines nicht angeleinten Hundes hat ein Amtsrichter gestern ausdrücklich bestätigt. Der Einspruch von Chauffeur Jörg Olaf Kramp gegen die Buße wurde damit verworfen. Doch zufriedengeben will sich der 50-Jährige damit nicht. Kramp will jetzt erreichen, dass der Betrag verdoppelt wird – dafür aber nicht in die Stadtkasse fließt, sondern an die Kinderkrebsklinik. „Ich sehe nicht ein, dass man der Stadt das Geld zuspricht“, schimpfte er.

Als Kramp im Juli 2014 gegen 17 Uhr die Wohnung seiner Lebensgefährtin an der Trebnitzer Straße verließ, um zum Papiercontainer zu gehen, war ihm der damals gerade sechs Monate alte Labrador-Welpe Nuna aus der Wohnung nachgelaufen. Doch während Kramp noch an den Mülltonnen beschäftigt war, fiel zwei Mitarbeitern des städtischen OSD auf, dass Nuna nicht angeleint war – und angeblich in Container-Nähe auch seine Notdurft verrichtet habe. Mehr noch: „Der Hund hat mich angesprungen“, sagte eine damals als Streife eingesetzte OSD-Mitarbeiterin. Hundehalter Kramp habe bloß gefragt: „Haben Sie Angst? Das ist doch nur ein Welpe!“ Doch wegen Verstoßes gegen die Anleinpflicht jetzt 100 Euro als Buße an die Stadtkasse zu zahlen, empört Jörg Olaf Kramp zutiefst: „Der Hund hat die OSD-Mitarbeiter nicht angesprungen“, beteuert er. „Aber man glaubt dem OSD ja mehr, als dem unbescholtenen Bürger!“ So habe die Zeugin auch behauptet, Nuna sei damals bereits 45 Zentimeter hoch und rund 22 Kilo schwer gewesen. Kramp: „Da macht man aus einem Welpen einen ausgewachsenen Hund!“ Er will jetzt über seinen Chef, der angeblich Regierungsdirektor beim Verfassungsschutz ist, beim Amtsgericht aber beantragen lassen, dass die hundert Euro nicht als Buße an die Stadt fließen. Denn laut Kramp ist Nuna inzwischen „auch ein Therapiehund für krebskranke Menschen“ – und deshalb wäre ein Bußgeld für den leinenlosen Ausflug von Nuna zum Papiercontainer jetzt als Spende an die Kinderkrebsklinik doch viel besser geeignet.