Hüpfburg im Krachgarten
21.11.2008 | 18:05 Uhr 2008-11-21T18:05:00+0100Farin Urlaub startete seine Tournee vor 5500 singenden und springenden Fans in der Philipshalle.
Bei „Ärzte”-Chef Farin Urlaub fängt der Spaß schon vor dem Konzert an. Beim zufälligen Blick auf die Rückseite der Eintrittskarte - wer sieht sich die schon mal an? - findet sich ein höchst witziger Text, der Faktisches mit Fiktivem vermischt: „Rockkonzerte sind laute, sehr laute Veranstaltungen, steht dort. Bitte schützen Sie sich und ggf. Ihre Kinder durch Tragen eines Ohrenschutzes vor Hörschäden. Beachten Sie die Hinweise der Ordnungskräfte. Sollten Sie die aufgrund Ihres Ohrenschutzes akustisch nicht verstehen, bitten Sie schriftlich um eine pantomimische Darstellung.” Pünktlich um acht macht Jan Vetter alias Farin Urlaub dann auf der Bühne weiter mit den Scherzen, die sich musikalisch in die diversesten Gewänder hüllen.
Punk, Ska, Reggae, Rock, Metal, Folklore, es gibt wenig Genres, die sich der blonde Mann in Schwarz nicht aneignet. Neben den „alten” Songs („dass ich das schon sagen kann”) stellt er auf der passend betitelten „Krachgarten”-Tour auch die Songs des neuen Albums „Die Wahrheit übers Lügen” vor. Von denen entpuppt sich das Lied über den ebenso legendären wie erfundenen „Gobi Todic”, der wieder „zurück ist”, schon jetzt als Fan-Favorit. „Atem” becirct mit Beatles-Harmonien, „Die Leiche” durch Grusel-Romantik. Was die „alten” Songs betrifft - „1000 Jahre schlechten Sex” oder „Lieber Staat” - die haben ihr Haltbarkeitsdatum noch lange nicht überschritten.
Perfekt in Szene wird das von Farins Girlgroup an Gitarre, Bass und Schlagzeug, vier Backgroundsängerinnen, die die Texte auch visuell kommentieren und einem Bläserquartett. Sein Publikum hat Farin wie immer im Griff, wenn das auf den Tribünen trampeln soll, weil „ich das so gerne höre", trampeln alle. Manchmal, aber nur manchmal umweht ein Hauch von Routine die Prozedur, aber das ist vergessen, wenn es bei „Zehn” - „Ich zähle jetzt bis zehn, und dann will ich euch springen sehn” - auf die Hüpfburg im Krachgarten geht.
Nach knapp zwei Stunden ist der Spaß vorbei. Fast. Beim Verlassen des Veranstaltungsgeländes verliert die Eintrittskarte ihre Gültigkeit. Sie können Sie aber weiter als Fächer benutzen.
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