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Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn

30.07.2010 | 17:48 Uhr
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
Zu viele Bahn- und Busfahrer sind krank. Foto: NRZ

Düsseldorf.Ein auffallend hoher Krankenstand bei den Bediensteten sorgt dafür, dass bei der Düsseldorfer Rheinbahn Linienfahrten ausfallen. Die Krankenquote ist auf 10,2 Prozent gestiegen. Das Unternehmen spricht von einem „ernsthaften Problem“.

Die Rheinbahn hängt am Tropf. Über 120 Fahrer sind arbeitsunfähig gemeldet. Die Krankenquote liegt bei 10,2 Prozent. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Und kosten zusätzlich über drei Millionen Euro pro Jahr. Die Rheinbahn räumt ein, dass wegen der plötzlichen Krankmeldungen auch einige Linienfahrten ausfallen. Doch größere Streichungen gebe es nicht. „Wenn ein Kollege krank geworden ist, müssen wir einen anderen aus der Freizeit holen“, berichtet Sprecher Wolfgang Schumacher.

Für den Düsseldorfer Verkehrsclub VCD sind Fahrzeugausfälle durch Krankmeldungen nicht hinnehmbar. „Das ist ein Qualitätsmangel“, stellt VCD-Sprecher Jost Schmiedel klar. Der müsse abgestellt werden - wenn nötig mit Druck durch die Stadt. Möglicherweise, so Schmiedel, müssten zusätzliche Fahrer eingestellt werden.

Hitze, Baustellen, Stress

Die Personalstärke habe sich in den vergangenen Jahren kaum geändert, derzeit verfüge die Rheinbahn über 1238 Bus- und Bahnfahrer, so Schumacher. Dass der Krankenstand, der seit 2002 abnahm, jetzt derart ansteigt, „können wir uns noch nicht genau erklären. Der Frage gehen wir derzeit nach. Das ist auch für uns ein ernstes Problem.“ so Schumacher. Der Betriebsrat plädiert dafür, dass der Vorstand sich mit ihm an einen Tisch setzt, um die Ursachen zu erkunden und nach neuen Lösungen zu suchen.

Einige Erklärungsansätze bietet der Betriebsratsvorsitzende Uwe David. „Unsere Fahrer leiden momentan unter der Hitze. Wegen der vielen Baustellen in der Innenstadt sind sie noch mehr unter Stress. Das belastet enorm.“ Vor allem: Die Rheinbahner werden immer älter. Das Durchschnittsalter der Fahrer wird nächstes Jahr bei 48,7 Jahren liegen, so die Prognose. „Dadurch nehmen natürlich auch die Krankheitsfälle zu“, gibt David zu bedenken. Laut Berufsgenossenschaft seien Busfahrer im Durchschnitt nach 21 Jahren „komplett dienstuntauglich.“

Uwe David schlägt vor, mit dem Personalmanagement neue Arbeitsmodelle für ältere Kollegen zu entwickeln. „Es müsste doch möglich sein, dass ein Fahrer nur fünf Stunden fährt und die übrigen Stunden etwas anderes tut“, schlägt er vor. „Da müssen wir viel Fantasie reinstecken.“ Und: „Wir brauchen mehr Fahrer.“

Michael Mücke

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Kommentare
01.08.2010
12:09
Die Rheinbahn hängt am Tropf
von G.H. | #19

Die Rheinbahn besschäftigt z.Zt.Leute die eine Fahrgastzählung durchführen.Das ist ungemein wichtiger als Fahrer einzustellen,die dann ja doch durch Krankheit ausfallen.
IRONY OFF

01.08.2010
12:05
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von H2801 | #18

„Laut Berufsgenossenschaft seien Busfahrer im Durchschnitt nach 21 Jahren komplett dienstuntauglich.“

Da scheint was nicht zu stimmen. Unsere Großkopferten in Berlin haben doch die Rente mit 67 beschlossen.

01.08.2010
11:33
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von Thonald | #17

An manchen Kommentaren hier sieht man wirklich auf welch unteren Sozialen Niveau der ein oder andere steht.
Anstatt klären, direkt drauf klopfen.
Genau das ist das was unser Gesundheit und Menschleben fressendes System heute braucht.

01.08.2010
11:28
Blockierter Kommentar.
von sven traube | #16

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.08.2010
11:06
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von Leiharbeiter 99 | #15

Mann könnte den Betrieb auf Leiharbeiter umstellen!Leiharbeiter sind doch so modern und man
kann sich, wenn man will,sehr schnell von ihnen trennen!

01.08.2010
10:44
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von rapid | #14

Ein hoher Krankenstand ist nicht zuletzt immer auch ein Indikator für schlechte Arbeitsbedingungen und ein mieses Betriebsklima.
Und in diesem Sinne stinkt der Fisch immer am Kopf zuerst.
Hier liegt nämlich die Ursache dafür.

Diesbezüglich sind Kommentare wie Nr 9 und 10 oberflächlich wie unangebracht und zeigen lediglich auf, dass leere Stammtischfloskeln gebraucht werden.

01.08.2010
10:32
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von nur mal nachgefragt | #13

Unsere Fahrer leiden momentan unter der Hitze. Wegen der vielen Baustellen in der Innenstadt sind sie noch mehr unter Stress?
Was sollen die Bauarbeiter auf der Straße sagen?
Durchschnittsalter 48,7 Jahre, die sollen bis zum 67ten Lebensjahr fahren?

01.08.2010
09:44
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von wimmel | #12

Personalabbau, Sparzwang, damit die Aktionäre bedient werden können und Druck auf die Arbeitnehmer, nur ja nicht krank zu werden, man muß dann ja vielleicht mit Entlassung rechnen, führen irgendwann zu einem Stau, der wenn es nicht mehr geht, nach hinten losgeht.
Die Frage ist doch, was tun die Unternehmer nun, nachdem die Menschen ausgelutscht und erschöpft, krank werden.
Na klar man wird versuchen zu Automatisieren, wo es geht und die Menschen frei setzen, die Unternehmen sparen sich so, wie seit Jahrzehnten immer mehr Sozialabgaben, dabei gehen Staat und Gesellschaft so langsam den Bach runter.
Politik fördert das leider und hindert die Gier nach mehr nicht.
Unsere Gesellschaft wird in wenigen Jahren an ihre Grenzen stoßen, was dann ?????

01.08.2010
08:48
Hoher Krankenstand bei der Rheinbahn
von Dunken | #11

Auf Kosten der Mitarbeiter immer mehr gespart. Das haben diese eine Zeitlang mitgemacht und nun nicht mehr.
Geht anderen Firmen zur Zeit ähnlich, die meinten auch es würde mit immer weniger Personal und Dauerstress für den einzelnen schon gehen.

01.08.2010
08:43
Blockierter Kommentar.
von glaubenixneu | #10

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