Hohe Schimmelpilzrate in Düsseldorfer Wohnungen

Nicht immer ist der Schimmelbefall so extrem wie hier – ein Problem ist er aber in vielen Düsseldorfer Wohnungen.
Nicht immer ist der Schimmelbefall so extrem wie hier – ein Problem ist er aber in vielen Düsseldorfer Wohnungen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schimmel ist ein großes Problem in den Wohnungen der Landeshauptstadt: Noch nie suchten so viele Menschen Hilfe bei Experten.

Düsseldorf..  Fachleute sind sich einig: Noch nie gab es in Düsseldorf so viele Schimmelpilzschäden wie bisher. In noch keinem Jahr suchten mehr Menschen Hilfe bei der Beseitigung von Wohnungs-Schimmel als in diesem Winter. „Die Vorort-Beratungen der Verbraucherzentrale NRW und den Stadtwerken sind auf Wochen im Voraus gebucht und auch gemeinsame Infoveranstaltungen von Haus und Grund, sowie Mietverein und Mieterschutz sind so stark nachgefragt, dass sie mehrfach wiederholt werden müssen“, sagte gestern Beate Uhr von der Verbraucherzentrale Düsseldorf.

Doch worauf lässt sich die beinah verdreifachte Nachfrage in diesem Jahr zurückführen? Die Experten nennen als Grund für die auffällige Häufung von Schimmelpilz das feuchte Wetter und die wochenlangen Temperaturen unter 8 Grad in Verbindung mit hoher Innentemperatur und dem falschen Lüften.

Betroffen sind vor allem Gebäude mit Baujahr 1950 bis 1970. Wenn die saniert und neu gedämmt werden, verändert sich die Bauphysik des Hauses. Zuvor „durchlässige“ Häuser mit nicht isolierenden Fenstern sind nun abgedichtet und lassen keine Zirkulation mehr zu. Diese Dämmungen sind zwar energieeffizient ,kostensparend und verringern sogar das Schimmelrisiko, aber nur in Zusammenspiel mit einem veränderten Nutzerverhalten. Besonders wichtig sei es, dass die Wohnungen nicht durch Fenster „auf Kippe“ belüftet werden, sondern gerade im Winter durch Stoßlüftung. „Andernfalls könne einer hohen Luftfeuchte nicht entgegengewirkt werden“, so Ingo Apel, Geschäftsführer und Vorstand von Haus und Grund Düsseldorf.

Wenn der Schimmel dennoch einmal auftritt, ist es wichtig sofort zu handeln. „Schimmel ist oft tiefgehend und sollte nicht als Kleinigkeit abgetan werden“, so Apel. „ Im Zweifel muss immer ein Fachmann ran.“

Nach einer Anzeige durch die Mieter muss der Vermieter zunächst Beweis für die Mangelfreiheit des Gebäudes erbringen. Allerdings sollte es in einem Gespräch zwischen Mieter und Vermieter nicht darum gehen, einen möglichen Schuldigen zu finden sondern die Ursache des Befalls. Um das Konfliktpotenzial in einem solchen Gespräch gering zu halten, sind Energieberater wie Beate Uhr, von der Verbraucherzentrale hilfreich. Sie führt Vorort -Beratungen durch, um im Anschluss geeignete Gegenmaßnahmen vorzuschlagen. Dabei sei vor allem die Kooperation von Mieter und Vermieter wichtig, so Beate Uhr. Oft seien die Probleme vielfältig und sowohl Mieter als auch Vermieter verantwortlich.

Kostenlose Beratung zum Thema Schimmelpilz gibt es unter anderem bei der Verbraucherzentrale (0211/710 649 30) und bei den Stadtwerken Düsseldorf (0211/ 821- 2121).