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Hoffen auf ein Rekordergebnis

10.12.2010 | 18:51 Uhr
Hoffen auf ein Rekordergebnis
V.l. Yvonne Hochtritt ( heartbreaker ), Dr. Marion Ackermann (Direktorin des k20), Peter von der Forst (GF. AIDS-Hilfe Düsseldorf), Organisatorin Dorothee Achenbach präsentieren am 10. Dezember 2010 im Düsseldorfer Museum K21 die Kunstwerke für die Kunstaktion zugunsten von Menschen mit HIV und Aids in der K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen . Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf.Im vergangenen Jahr kamen 160 000 Euro zusammen, 2007 waren es sogar 210 000 Euro. In diesem Jahr, dem 25. des Förderkreises der Aids-Hilfe Düsseldorf, könnte es ein Rekordergebnis werden bei der Benefiz-Kunstaktion Heartwork (mit gefettetem art drin), zugunsten von Menschen mit HIV und Aids am 13. Dezember im K 21.

Die Liste der teilnehmenden Künstler ist wieder lang, ihre Motive im doppelten Wortsinn gut und edel. Sie reicht, so Schirmherrin Dorothee Achenbach, „von der jungen Kunst, frisch von der Akademie ab einem Startgebot von 150 Euro, bis zu den alten Hasen auf dem Markt, von denen wir fünf- bis sechsstellige Ergebnisse erhoffen.“ Ein Werk von Gerhard Richter, Lack hinter Glas, soll etwa mindestens 80 000 Euro bringen. Es könnte aber auch gern mehr sein.

Hammerpreise o
hne Aufschlag

50 Arbeiten werden versteigert, darunter große Düsseldorfer Namen wie Günther Uecker, Imi Knoebel, Mischa Kuball, Thomas Struth oder Katharina Sieverding. Auch Düsseldorf-Ansichten wie die vom Rhein von Michael Jaeger kommen unter den Hammer. Die Auktion wird wiederum von Deutschlands Christie’s Geschäftsführer Andreas Rumbler durchgeführt. Das Auktionshaus arbeitet provisionsfrei und betont: „Alle Preise, die der Käufer zahlt, sind Hammerpreise ohne Aufschlag.“

Die Heartbreaker werden längst von vielen ehrenamtlichen Spendern, Organisationen und Unternehmen unterstützt, darunter lokal Engagierte wie die Conditorei Heinemann, die Bäckerei Hinkel, Guiseppe Saitta, aber auch Teekanne und Schwarzkopf. Das Jahresprogramm reicht vom Tuntenlauf auf der Kö zur Karnevalszeit über den Sterne-Kochkurs „Hungry Hearts“, das Golf-Tunier Heart Open und das Festival of Friendship auf dem Burgplatz bis hin zum Teddybären-Verkauf anlässlich des Welt-Aids-Tages.

Mit den Spenden und Erlösen werden verschiedene Projekte unterstützt. Zum Beispiel von HIV betroffene Frauen (etwa ein Fünftel der etwa 60 000 Menschen mit HIV in Deutschland). Hinzu kommen psychologische und Sozialberatung, Aufklärungsarbeit besonders auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Fast täglich sind Jugendgruppen in der Aids-Hilfe. Jede Frage ist erlaubt und darf gestellt werden.

Das wird gerade wieder wichtiger, weil das Thema Aids im öffentlichen Bewusstsein zu verblassen droht. Der Grund für den wieder leichtfertigeren Umgang mit der Krankheit dürften die bessere Behandelbarkeit und damit die höhere Lebensqualität und längere Lebenserwartung sein - was aber noch immer nicht Heilbarkeit bedeute, warnt die Aidshilfe. Nur noch ein Drittel der Deutschen hält Aids für eine der gefährlichsten Krankheiten, vor zehn Jahren waren es noch 60 Prozent. Die fatale Konsequenz: Rückläufiges Schutzverhalten.

Freude ist ein langes
glückliches Leben

Düsseldorf gehört zu den besonders betroffenen Städten. Es liegt nach Köln an zweiter Stelle bezogen auf die Häufigkeit von HIV pro 100 000 Einwohner, die in Düsseldorf rund 2,5-fach über dem Landesdurchschnitt liegt. Etwa 14 Prozent der 7 500 nordrheinwestfälischen Aids-Kranken kommt aus Düsseldorf. Die Zahl der zur Zeit mit HIV und Aids in Düsseldorf lebenden Menschen wird auf 2000 geschätzt. Im vorigen Jahr wurden 113 Neuinfektionen registriert, davon 52 bei Frauen. Hauptinfektionsweg ist dabei der Sex zwischen Männern (61 Prozent), aber acht Prozent der Erkrankungen lassen sich auf heterosexuelle Kontakte zurückverfolgen.

Der Titel des seidigen Werks von Fö-Bang für die Heartwork-Auktion, Tusche auf Reispapier vergoldet, könnte das Motto für die Aidshilfe vorgeben: „Freude: langes gesundes und glückliches Leben.“

Inge Hufschlag

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