Hörgeräte weg - Seniorenresidenz verklagt
02.02.2012 | 14:16 Uhr 2012-02-02T14:16:00+0100
Düsseldorf.Die Seniorin (90) ist auf Hilfe in fast allen Lebenssituationen angewiesen. Unter anderem beim Ein- und Aussetzen ihrer Hörgeräte. Doch die war im letzten November plötzlich verschwunden. Jetzt verklagt die alte Dame die Seniorenresidenz vor dem Amtsgericht.
Die Klägerin sitzt schon länger im Rollstuhl. Dazu kam im Herbst ein Gipsarm, so dass sie sich nicht mehr selbst die Hörhilfen einsetzen konnte. Als die Pflegerin dafür an jenem Morgen das Zimmer der Dame betrat, fehlten die beiden kleinen Geräte und waren auch nicht mehr aufzufinden. Die Bewohnerin und ihre Familie erstatteten Anzeige, doch die Ermittlungen blieben ergebnislos.
Die alte Dame brauchte neue Hörgeräte für insgesamt 3000 Euro. Die Krankenkasse zahlte ihr nichts dazu, weil die vorigen erst neun Monate alt waren. Die neuen Hörhilfen werden nun jeden Abend im Schwesternzimmer weggeschlossen.
Von der Residenz will man jetzt 3000 Euro Schadenersatz. Die Familie wirft dem Haus vor, die Zimmertür der alten Dame nicht abgeschlossen zu haben. „Wir erwarten von einem Pflegeheim nicht nur um die Pflege, sondern auch die Sicherheit kümmert.“ Dazu gehöre auch, dass das Pflegepersonal die Zimmer abschließe, wenn die Bewohner es nicht mehr können.
Das Zimmer der Mutter liege auch so ungünstig an Treppe und Aufzug, dass es vom Schwesternzimmer nicht zu sehen sei. So könnten alle möglichen Personen das Zimmer unbemerkt betreten.
Der Anwalt der Seniorenresidenz sieht dagegen kein Verschulden des Hauses. Er wehrt sich auch gegen die Forderung, die Zimmertüren abzuschließen. Sie könnten schließlich nicht ihre Bewohner einschließen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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