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Hochhaus mit 216 Wohnungen in Düsseldorf-Lörick asbestverseucht

04.02.2013 | 18:03 Uhr
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Hochhaus mit 216 Wohnungen in Düsseldorf-Lörick asbestverseucht
Bewohner des Hauses Emanuel Leutze Straße 1 demonstrieren.

Düsseldorf.   Die 216 Wohnungen im Hochhaus am Seestern sind durch Asbest belastet. Das bestätigte gestern der zuständige Dezernent Burkhardt Hintzsche auf Anfrage der Linken und der Grünen im Wohnungsausschuss.

Das Haus wird zurzeit saniert. Bereits im November vorigen Jahres habe das Umweltamt die Baustelle kontrolliert. Zudem wurde vom Gesundheitsamt eine Verseuchung des Wassers durch Legionellen festgestellt. Die soll sich allerdings auf einen leerstehenden Teil des Gebäudes beschränkt haben. Legionellen-Keime können vor allem bei älteren Menschen schwere Krankheiten verursachen.

Dezernent Hintzsche, zuständig für Wohnungsbau, verwies wegen der Kontrollen der Baustelle an der Emanuel-Leutze-Straße 1 allerdings auf die zuständige Bezirksregierung.

Wie berichtet, hatten die Mieter des Baus aus den 70er Jahren sich zu einer Initiative zusammen geschlossen und in der vergangenen Woche gegen geplante Mieterhöhungen protestiert. Im Haus wohnen viele seit mehr als 30 Jahren, darunter eine Frau Ende 80 und ein Hundertjähriger. Die neuen Eigentümer, die Wuppertaler Ferox, hatten angekündigt, das Haus zu sanieren. Die Gesellschaft verlangte von den Mietern, sie sollten ihre alten, teils fast 40 Jahre gültigen Mietverträge aufkündigen und auf alle Rechte daraus, wie etwa längere Kündigungszeiten, verzichten. Zugleich aber mit dem neuen Eigentümer neue Verträge abschließen mit einer Miete um 12 Euro, berichteten etliche Anwohner. Das entspräche bei vielen alten Bewohnern einer Verdoppelung des Monatszinses. Vor allem viele Ältere, so die Initiative, könnten sich eine so hohe Miete nicht leisten, müssten umziehen. Die Gesellschaft widersprach dem und berichtete von Mieten um zehn Euro kalt.

Während der Demonstration wurde bekannt, dass das Haus durch schädliches Asbest belastet ist. Vor allem Wände in den Bädern und Fensterbretter seien asbestbelastet, der Abtransport des Materials bisher allerdings nicht wie vorgeschrieben von einer Spezialfirma vorgenommen worden.

Laut Hintzsche muss ein Unternehmen Asbestsanierung sieben Tage vor Baubeginn bei der Bezirksregierung melden. Wieweit dort die Kontrollen abgelaufen sind, konnte Hintzsche nicht sagen. Auch das städtische Umweltamt habe die Baustelle geprüft, so im November und „am 26. Dezember 2012“. Eine Kontrolle am zweiten Weihnachtstag konnte Angelika Wien-Mroß (SPD) allerdings nicht nachvollziehen, da dann niemand arbeitet. Das Umweltamt hat aber laut Verwaltung keinen „unsachgemäßen Umgang mit Asbest festgestellt.“ Die Beseitigung der Legionellen werde vom Gesundheitsamt weiter überwacht.

Jo Achim Geschke

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