Hobby-Börse für Senioren

Gemeinsam gegen Einsamkeit im Alter: Suzanne Oetker-von Franquet von der Bürgerstiftung und Inge Schmerbeck, Initiatorin der Hobby-Börse.
Gemeinsam gegen Einsamkeit im Alter: Suzanne Oetker-von Franquet von der Bürgerstiftung und Inge Schmerbeck, Initiatorin der Hobby-Börse.
Foto: dfsaf
Was wir bereits wissen
„Zu zweit ist man weniger allein“ ist ein neues Projekt der Düsseldorfer Bürgerstiftung – eine Freizeit-Vermittlung 65 plus.

Düsseldorf..  Als Inge Schmerbeck vor genau einem Jahr das Projekt „Ich schenk Dir mein Ohr“ ins Leben rief, hatte sie keine Vorstellung, wie gut ihre Idee ankommen würde. Der Grundgedanke war einfach: Alte Menschen, die sich einsam fühlten und jemanden zum Reden brauchten, trafen bei ihr auf ein offenes Ohr. Das Projekt wurde gut angenommen: „Inzwischen bekomme ich zwei Anrufe pro Tag“, sagt Inge Schmerbeck. Doch für viele ihrer Anruferinnen - Männer kamen hatte sie nur sehr selten am Apparat - reichte der Austausch am Telefon nicht. Sie sehnten sich nach persönlichem Kontakt. So kam Inge Schmerbeck auf die Idee, ein weiteres Projekt zu realisieren: „Zu zweit ist man weniger allein“.

Auch hier ist das Prinzip einfach: Inge Schmerbeck funktioniert als Vermittlerin, bei der sich Senioren melden können, die jemanden für die Freizeitgestaltung suchen: Egal ob Kinobesuch, Kartenspiel oder einfacher Spaziergang. Schmerbeck unterhält sich mit ihnen, lernt sie kennen – und vermittelt dann. Beim ersten Treffen der potenziellen neuen Freunde will sie dann dabei sein, um die Spannung zu lösen. „Es geht nicht darum, Sex oder Liebe zu finden“, betont Schmerbeck. Es sei mehr eine Hobby-Börse 65 plus. Unterstützt wird Inge Schmerbeck - wie schon bei „Ich schenk Dir mein Ohr“, von der Bürgerstiftung Düsseldorf. Diese bezahlt der Ehrenamtlerin eine Internetseite und was sonst so anfällt.

Viele Senioren fühlen sich einsam

„Wenn der Ehepartner stirbt, zerbricht oft ein symbiotisches Verhältnis“, sagt Suzanne Oetker-von Franquet, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung. Oft verlässt der Hinterbliebene kaum noch die Wohnung. Gerade, wenn keine anderen Angehörigen in der Nähe wohnen, droht Vereinsamung. Suzanne Oetker-von Franquet, die mit der Bürgerstiftung bereits oft mit diesem Problem zu tun hatte, hält die Einsamkeit für ein mindestens genau so großes Problem wie Altersarmut. Und genau deshalb war sie sofort bereit, als Inge Schmerbeck die Bürgerstiftung um Unterstützung bat.

Die 72-jährige Schmerbeck wird auch die Vermittlung der Senioren ehrenamtlich machen. „Ich mag einfach Menschen“, sagt sie. Daher ist auch die Vermittlung für die Menschen, die sie in Anspruch nehmen wollen, kostenlos.

Wer jemanden sucht, mit dem ein gemeinsames Hobby ausgeübt, eine Veranstaltung zusammen besucht oder einfach Zeit verbracht werden kann, kann sich ab Sonntag, den 15. Februar, bei Inge Schmerbeck unter 700 46 40 melden.