Hilferuf von Düsseldorfer Obdachlosenhilfe "fiftyfifty"

Mit diesem provokanten Plakat wirbt fiftyfifty und will die Auflage für die Obdachlosen-Zeitung damit stabil halten.
Mit diesem provokanten Plakat wirbt fiftyfifty und will die Auflage für die Obdachlosen-Zeitung damit stabil halten.
Foto: oH
Was wir bereits wissen
Die Obdachlosenhilfe fiftyfifty ruft um Hilfe: Die Spenden für den Düsseldorfer Verein sind seit Anfang des Jahres um 50 Prozent zurückgegangen.

Düsseldorf.. Die Spenden für die Obdachlosenhilfe fiftyfifty sind seit Anfang des Jahres um fast 50 Prozent zurückgegangen. „Eine Ursache ist, dass Stiftungen wenig Mittel haben, da sie wegen der niedrigen Zinsen kaum noch Erträge erhalten“, sagt Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty. Dadurch gibt es gerade von Stiftungen weniger Geld. Auch der Finanzskandal bei der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus hat Spuren hinterlassen: Der Orden, der mit fiftyfifty nichts zu tun hat, aber deren Arbeit mit Millionen förderte, hatte bei einem windigen Finanzunternehmen mehr als sieben Millionen Euro verloren.

Vielfältige Hilfe für Obdachlose

Die Unterhaltung des Gute-Nacht-Busses oder die Romahilfe „east west“, die Start-Up-Appartements und vieles mehr – fiftyfifty setzt sich vielseitig für bedürftige Obdachlose in Düsseldorf und der Umgebung ein. So auch für Martin, der seit über 15 Jahren fiftyfifty Verkäufer ist. Nachdem er mit einem Reisebüro in Konkurs gegangen ist, wurde er obdachlos. Nun lebt er mit Unterstützung von fiftyfifty in einer kleinen Wohnung. Seine karge Sozialhilfe und das, was er mit dem Verkauf der Zeitschrift verdient, reicht gerade so zum Leben aus. Martin trinkt nicht, raucht ab und zu ein Zigarillo. Nun ist der 63-Jährige an Diabetes erkrankt und ist zudem schwerhörig. Er braucht Hörgeräte und eine Brille. „Seine Krankenkasse übernimmt die Brille nicht und er hat auch kein Geld. In seiner Not kommt er zu uns, wir geben ihm einen Zuschuss“, berichtet Ostendorf von nur einem Beispiel, wo sein Team hilft.

Auch der aus Rumänien stammenden Maria wird geholfen. Sie hat fünf Kinder und kann die Miete nicht bezahlen. Sozialhilfe bekommt sie nicht, weil Menschen aus den neuen EU-Ländern nur ergänzende staatliche Leistung bekommen, wenn sie arbeiten. Maria kann aber nicht arbeiten, weil sie eine kleine Tochter betreut, für die sie keinen Hort-Platz hat und ihr Mann nach einer Herzoperation schwer krank ist und ihr weder helfen noch arbeiten kann. „Wir geben Maria ein wenig Geld, wenn die Miete wieder aussteht, damit sie ihre Wohnung nicht verliert“.

Auch Hunden wird geholfen

Für Fenia bezahlte die Organisation die Operation ihres Terriers. Der Hund ist für die Drogenkranke der letzte verbliebene soziale Kontakt und Schutz vor Übergriffen, wenn sie draußen schläft, ihr Trost und Kummerkasten wenn die traurigen Erinnerungen sie einholen. Fania stammt aus einer bürgerlichen Familie, hat Abitur gemacht. Durch Heroin ist sie abgestürzt. „In der Sprechstunde unserer Tierhilfe ‘Underdogs’ wurde bei ihrem Hund die dringende Indikation zu einer Operation festgestellt. Da Fenia das Geld dazu nicht hat, vermittelten wir die sie zu einer Tierklinik, vereinbarten Ratenzahlung für unsere Klientin und übernahmen die erste Rate, damit sie ihren einzigen Freund nicht verliert.“

Auch Ola hat durch fiftyfifty die Chance auf ein besseres Leben. Er lebte mit seiner Frau und einem kleinen Kind in einem Zelt. Die Organisation vermittelte sie in eine Wohnung. „Später besorgten wir dem Mann aus Tschechien Arbeit, damit er die Miete bezahlen kann“.

Der Jugendliche Mark wurde von seiner drogenkranken Mutter verstoßen und wuchs in einem Heim auf. Er geriet in die Punkszene und wurde drogenabhängig. Fiftyfifty vermittelte ihn in eine Entgiftung und eine Therapie. Jetzt sucht er Arbeit. „Wir helfen ihm bei den Bewerbungsunterlagen und finanzieren ein Monatsticket für die Straßenbahn, damit er zu Vorstellungsgespräche fahren kann“.

„Wir brauchen dringend Hilfe!“

Das sind nur fünf von unzähligen Beispielen in denen fiftyfifty helfen konnte. „Jede Woche kommen etwa 200 Bedürftige Menschen in unsere Sozialsprechstunde. Sie alle brauchen uns – und Sie“, sagt Ostendorf. Damit diese Hilfe weiter möglich ist braucht die Organisation jede Unterstützung. Hilfe sei nicht nur Zuwendung, sondern kostet leider auch Geld, so Ostendorf. Deswegen fordert er auf: „Unterstützen Sie unser Engagement für obdachlose bedürftige Menschen und setzen sie ein Zeichen!“