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Hildener Rektor verabschiedet sich

02.08.2010 | 20:14 Uhr
Hildener Rektor verabschiedet sich

Hilden.30 Jahre lang war Dirk Boß Schulleiter der Walter-Wiederhold-Grundschule. Wechselvolle Jahre an der kleinen Hildener Institution.

Es ist eine sonnige Stunde, in der Dirk Boß seinen letzten Arbeitstag im Schatten der Eiche ausklingen lässt. Ein angenehmes Arbeiten sei es immer gewesen, erinnert sich der Rektor. „In einer einzügigen Schule mit selten mehr als 25 Kindern pro Klasse kann man einfach ganz anders auf den Einzelnen eingehen.“ Dirk Boß hat neben seiner Tätigkeit als Schulleiter die ganzen Jahre über eine eigene Klasse unterrichtet.

Als erste Schule im Kreis Mettmann praktiziert die Walter-Wiederhold-Grundschule seit 1988 den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern. „Die Schüler arbeiten in den Klassen am gleichen Unterrichtsgegenstand, allerdings auf unterschiedlichem Niveau“, so Boss. Dies funktioniere weitestgehend reibungslos und ohne groß angelegte Fördermaßnahmen. Dafür sorgten neben der Lehrkraft ein Sonderpädagoge und ein Zivildienstleistender. Das Konzept habe sich sehr bewährt, so dass es mittlerweile in allen 10 Städten des Kreises integrative Klassen gibt.

Im Gebäude der ehemaligen evangelischen Schule an der Walter-Wiederhold-Straße ist seit 2004 die offene - also freiwillige - Ganztagsbetreuung der Grundschule ansässig. Ebenso wie auf dem Schulgelände an der Düsseldorfer Straße ist es hier sehr grün: Neben einem Spielplatz gibt es einen Schulgarten und ein Biotop. Auf der großen Rasenfläche steht eine große Eiche, die mit ihrer Rundbank einen schönen Rückzugsplatz bietet. Gepflanzt wurde sie am 16. November 1985, anlässlich des 100. Geburtstages von Farbenfabrikant Walter Wiederhold. „Vor 15 Jahren war sie gerade mal 3 Meter groß“, erinnert sich Dirk Boß. Inzwischen misst sie deutlich mehr als 10 Meter.

Jugendstilgebäude bekommt ein neues Dach

Das malerische Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1908 wird gerade aufwändig restauriert. Fenster und Dach werden erneuert, wobei der Denkmalschutz streng eingehalten wird.

Trotz aller Idylle hat die einzige Grundschule im Hildener Westen seit Jahren mit geringen Anmeldezahlen zu kämpfen. „Das ist eben kein reines Wohngebiet hier, sondern auch viel Industrie“, erklärt Boß. In diesem Jahr hat es die Schule dennoch wieder geschafft. Waren im Oktober 2009 erst 11 Kinder angemeldet, werden nun doch 23 I-Dötzchen die erste Klasse besuchen.

„Besonderer Dank gilt hier der Stadt Hilden“, wie der Rektor ausdrücklich betont. Schuldezernent Reinhard Gatzke habe sehr um den Erhalt der Schule gekämpft. Boß erhielt für den Einsatz zugunsten „seiner“ Schule zum Abschied die Fabricius-Medaille in Silber.

Im nächsten Jahr wird die bisher stellvertretende Rektorin Evelyn Purrmann die kommissarische Leitung der Schule übernehmen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Geplant ist, dass die Walter-Wiederhold-Schule Montessori-Schule werden soll. Die Lehrer beginnen bereits mit ihren Fortbildungen.

Und was hat Dirk Boß für seinem Ruhestand geplant? „Ich bin nebenbei seit 38 Jahren an der Volkshochschule tätig und helfe dort Jugendlichen, ihren Schulabschluss nachzuholen. Das werde ich auch weiterhin tun.“

Petra Lehmann

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