Hier werden in Düsseldorf Flüchtlinge leben

Unterkünfte für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber sind überall im Stadtgebiet verteilt. Das wird auch bei der Unterkunft von neuen Asylbewerbern so bleiben. Die Stadtverwaltung, so betonte Oberbürgermeister Thomas Geisel vorgestern Abend bei einer Bürgerversammlung in Gerresheim, bleibe bei ihrem Prinzip der „dezentralen Unterbringung“. Um deutlich zu machen, wie diese dezentrale Unterbringung aussieht, wurde bei der Veranstaltung ein Flugblatt mit Grafik verteilt. Damit stellt sich die Stadt Vorwürfen von Bürgern aus dem Düsseldorfer Osten entgegen, wonach hier besonders viele Flüchtlinge untergebracht sind oder untergebracht werden sollen.

Derzeit leben rund 2200 Flüchtlinge in Düsseldorf. „Bis zum Jahresende werden bis zu 4000 weitere Asylsuchende erwartet“, hieß es gestern bei der Stadtverwaltung. „Für diese Menschen müssen nun Unterkünfte gefunden werden.“ Mit diesen Zahlen wird die bisher genannte Zahl von 5000 Flüchtlingen bis zum Jahresende erheblich überschritten.

Da nicht genügend Einzelwohnungen vorhanden sind, sieht sich die Stadt gezwungen, die Menschen auch in Hotels und Sammelunter-künften unterzubringen. Derzeit werden verschiedene Gebäude auf ihre Eignung dafür untersucht. Aber nicht jedes leerstehende Gebäude ist für die dauerhafte Unterbringung geeignet, und nicht alle Gebäude lassen sich mit einem vertretbaren Aufwand zu Wohngebäuden umwandeln. Da nicht genügend feste Gebäude zur Verfügung stehen, um den durchschnittlich 300 Flüchtlingen, die der Stadt monatlich zugewiesen werden, ein Dach über dem Kopf zu bieten, müssen auch Unterkünfte in modularer Bauweise errichtet werden. Die Stadt hat dazu zunächst Grundstücke aus dem eigenen Bestand als grundsätzlich von ihrer Größe und Beschaffenheit dafür geeignet identifiziert. Derzeit ist die erste Einrichtung dieser Art in Benrath bereits im Bau. Weitere neun Standorte sind in der abschließenden Prüfung. Die ersten davon werden voraussichtlich im Spätsommer bezugsfertig sein. Darüber hinaus gibt es zwölf weitere mögliche Standorte, die in 2. und 3. Priorität geprüft werden. Pro Standort sollen bis zu 200 Menschen leben.

Folgende Standorte gibt es bereits beziehungsweise werden derzeit geprüft (in Klammer die Zahl der untergebrachten Personen ab 20):

Stadtbezirk 1 Dauerhaft: Karlstraße (51), Stephanienstraße (63). Vorübergehend: Friedrich-Lau-Straße (221). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Meineckestraße. Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Am Bonneshof. Außerdem sind 139 Flüchtlinge im Stadtbezirk 1 in Hotels untergebracht.

Stadtbezirk 2 Vorübergehend: Bruchstraße (98), Lacombletstraße (150).

Stadtbezirk 3 Dauerhaft: Harkortstraße (72), Jahnstraße (64), Oberbilker Allee (72). Vorübergehend: Völklinger Straße (22). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Moskauer Straße. Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Völklinger Straße, Moskauer Straße. Außerdem sind 611 Flüchtlinge im Stadtbezirk 3 in Hotels untergebracht.

Stadtbezirk 4 Dauerhaft: Burgunderstraße (63), Schanzenstraße (208). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Oberlöricker Straße. Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Niederkasseler Deich.

Stadtbezirk 5 Dauerhaft: Friedrich-von-Spee-Straße (60). Vorübergehend: Verweyen Straße (25). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Grünewaldstraße, Zur Lindung, Leuchtenberger Kirchweg.

Stadtbezirk 6 Dauerhaft: Rückertstraße (78). Vorübergehend: Borbecker Straße (200). Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Höxterweg, Vogelsanger Weg.

Stadtbezirk 7 Dauerhaft: Heye-straße (153), Manthenstraße (zunächst 30). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Blanckertzstraße, Karlsbader Straße. Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Am Bongard, Benderstraße, Heyestraße. Zusätzlich plant das Land auf dem Gelände der Bergischen Kaserne eine Erstaufnahmestelle für bis zu 600 Flüchtlinge.

Stadtbezirk 8 Dauerhaft: Posener Straße (120). Vorübergehend: Am Stufstock (88), Hasseler Richtweg (50). Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Tichauer Weg.

Stadtbezirk 9 Dauerhaft: Küppersteger Straße (55). Vorübergehend: Hospitalstraße (20). Mobile Wohnanlagen Priorität 1: Benrodestraße - bereits im Bau, Schimmelpfennigstraße. Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Karweg.

Stadtbezirk 10 Dauerhaft Emil-Barth-Straße (48). Mobile Wohnanlagen Priorität 2 und 3: Duderstädter Straße.