Hermès: Sinn für schöne Dinge

Monsieur ist begeistert. Vor 15 Jahren war Guillaume de Seynes zuletzt in Düsseldorf. Gestern flanierte er wieder einmal über die Königsallee und öffnete die Türen zu seiner neuen Hermès Boutique auf der Westseite des Boulevards. „Das Warten auf den richtigen Standort hat sich gelohnt“, sagte der Ur-Ur-Urenkel des aus Krefeld stammenden Sattlers und Firmengründers Thierry Hermès. Mit 350 Quadratmeter Verkaufsfläche ist das neue „Maison“ doppelt so groß wie das bisherige auf der gegenüberliegenden Kö-Seite.

„Wir suchen stets Häuser mit Tradition und Geschichte. Auf der Königsallee sind wir nicht nur auf einem der weltweit berühmtesten Boulevards zu Hause, sondern mit dem 1908 von Hans van Endt gebauten Giradet-Ensemble, seiner denkmalsgeschützten Fassade und den Arkaden haben wir einen passenden Rahmen gefunden“, betont der 54-Jährige, Vorstandsmitglied des in der sechsten Generation (seit 1837) bestehenden Familien-Unternehmens.

Zu den Kosten für den neun Monate dauernden Umbau der Edel-Boutique schweigt de Seynes. Aber bereits auf den ersten Blick konnten sich die Kunden, die Punkt zehn Uhr in den Laden strömten und gleich eines der mehr als 4000 Euro teuren Kaschmir-Capes und exklusive Lederaccessoires kauften, davon überzeugen, dass an nichts gespart wurde: Auf einer Ebene sind die 15 Handwerkskünste (Hermès nennt sie „Metiers“) präsentiert - vom Armreif bis zum Anzug, von der Prêt-à-porter-Mode für die Dame übers Parfüm bis zur Reitpeitsche und cognacfarbenen Ledersesseln. Unterschiedliche Raumhöhen, raffiniertes Lichtdesign, erdfarbene Töne, Vitrinen aus gebürstetem Kirschholz, ein in alter Handwerkskunst gestalteter Terrazzoboden sollen – so Geschäftsführerin Christina Rosenberg – für ein luxuriöses Einkauferlebnis sorgen. Bereits jetzt gilt Hermès als stärkstes Zugpferd für die Westseite der Kö, die sich derzeit neu erfindet.