Das aktuelle Wetter Düsseldorf 23°C
Prozess

Hells Angels vor Polizei versteckt?

13.11.2012 | 17:45 Uhr
Hells Angels vor Polizei versteckt?
Tag der offenen Tür im Landgericht und Amtsgricht Düsseldorf

Düsseldorf.   Strafvereitelung wirft die Staatsanwaltschaft dem 43-Jährigen vor. Er soll verhindert haben, dass die Polizei nach einem körperlichen Angriff in einer Altstadt-Disko ermittelte - weil er als Mitglied der Hells Angels Kumpel schützen wollte. Am Dienstag begann mit leichter Nervosität der Prozess im Amtsgericht.

Strafvereitelung wirft die Staatsanwaltschaft dem 43-Jährigen vor. Er soll verhindert haben, dass die Polizei nach einem körperlichen Angriff in einer Altstadt-Disko ermittelte - weil er als Mitglied der Hells Angels Kumpel schützen wollte. Am Freitag begann mit leichter Nervosität der Prozess im Amtsgericht.

Das große Tor zum Innenhof ließ nur Fußgänger durch, im Saal saßen erst nicht nur drei Wachtmeister, sondern auch zwei Polizisten. Doch der Angeklagte hatte keine Begleitung mitgebracht, trug eine Strickjacke statt Motorrad-Kluft.

Zu den Vorwürfen sagte er nichts, seine Anwältin bestritt sie für ihn. Laut Anklage hat er sich im Juni 2011 Beamten in den Weg gestellt, als sie nach einer Anzeige von zwei Gästen die Disko betreten und zwei Verdächtige ansprechen wollten.

Nach Angaben der Anzeigenerstatter trugen die Schläger schwarze T-Shirts mit einem Flügel-Emblem vorn und einem „Eisernen Kreuz“ hinten. In der Anklage hieß es, daher seien sie den Hells Angels zuzuordnen. Die Verteidigerin erklärte, dass die Shirts nichts mit den Hells Angels zu tun haben, sondern die Disko sie als Eigenwerbung verkauft.

Der Betriebsleiter (25) des Lokals berichtete von Diskussionen mit der Polizei. Ihn und den Angeklagten, ein Freund seines Chefs, habe die Ankündigung eines Beamten erschreckt, man müsse die Musik stoppen und das Licht anmachen: „Das hätte einen Riesenverlust bedeutet!“

Mehrere Beamte bestätigten, dass es erst etwas Ärger gab – auch wegen der Ansage, den Betrieb zu stoppen. Um eine Eskalation zu vermeiden, hätten sie nicht sofort auf Zutritt bestanden. Kurz danach waren Kollegen dann bei laufendem Betrieb in der Disko gewesen, hatten die Verdächtigen aber nicht gefunden.

Der Polizist, der direkt mit dem Angeklagten aneinander geraten war, fehlte wegen einer Erkrankung. Das Gericht will jetzt am 4. Dezember weiterverhandeln.

Katharina Rüth


Kommentare
Aus dem Ressort
Düsseldorfer Amokläufer könnte lebenslang weggesperrt werden
Justiz
Yanqing T., der im Februar bei einem Amoklauf drei Menschen getötet und auf der Flucht mehrere Menschen verletzt hat, muss bei einer Verurteilung damit rechnen, dass die Richter eine Sicherungsverwahrung anordnen. Darauf hat das Landgericht Düsseldorf nun bei der Zulassung der Anklage hingewiesen.
Einsatz am Hauptbahnhof störte Bahnverkehr um Düsseldorf
Bahnstörung
Ein Großeinsatz der Feuerwehr und der Polizei legte am Montagabend den Regionalverkehr Richtung Düsseldorf lahm. Ein Lokführer hatte einen Schwächeanfall auf der Strecke zwischen Düsseldorf-Oberbilk und Volksgarten und musste behandelt werden. Auf der Strecke kam es zu Ausfällen und Verspätungen.
Benefizkonzert für Düsseldorfer Raucher-Rentner geplant
Justiz
Der Düsseldorfer Friedhelm Adolfs (75), der wegen zu starken Rauchens aus seiner Wohnung geworfen werden soll, will nun vor den Bundesgerichtshof ziehen. Um den Rechtsstreit bezahlen zu können, planen seine Unterstützer ein Benefizkonzert. Das Landgericht hatte die Kündigung für rechtens erklärt.
Düsseldorfer Amokläufer könnte lebenslang weggesperrt werden
Justiz
Yanqing T., der im Februar bei einem Amoklauf drei Menschen getötet und auf der Flucht mehrere Menschen verletzt hat, muss bei einer Verurteilung damit rechnen, dass die Richter eine Sicherungsverwahrung anordnen. Darauf hat das Landgericht Düsseldorf nun bei der Zulassung der Anklage hingewiesen.
Starkregen überflutet Keller und Straßen in Düsseldorf
Unwetter
Sintflutartige Zustände zu Wochenbeginn in Düsseldorf: In der ganzen Stadt liefen am Montagmorgen die Keller voll. Feuerwehr und beim Stadtentwässerungsbetrieb wurden binnen einer Stunde 70 Mal alarmiert. Auch auf den Straßen ging streckenweise gar nichts mehr, da die Gullys überliefen.
Fotos und Videos
NRZ Leser auf der Kirmes
Bildgalerie
Hinter den Kulissen
St. Sebastianus feiert
Bildgalerie
Schützen
Open Source Festival
Bildgalerie
Rennbahn