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Karneval

„Helga! Die Kamera ist da!”

10.01.2010 | 17:36 Uhr
„Helga! Die Kamera ist da!”

Düsseldorf. „Jeck we can” - mit der ARD-Fernsehsitzung schossen sich die Düsseldorfer am Wochenende in der ausverkauften Stadthalle in die erste Liga

800 sind bereit. Bis aufs Äußerste bereit, der Nation zu zeigen, dass Düsseldorfer lieber auf den Stühlen stehen, als auch nur einen sitzen zu haben. Sie tanzen gern aus der Reihe und feiern ihre Fortuna - dieses Bild vermittelte die kostümierte Gästeschar am Wochenende bei der ARD-Sitzung in der ausverkauften Stadthalle. Unter der Leitung von Stefan Kleinehr nimmt der Abend seinen munteren Verlauf, gute vier Stunden lang.

Ob du Huhn bist oder Hahn

Ganz egal, ob du Huhn bist oder Hahn, Hummel, Kardinal oder eine Tube Löwensenf, es gilt: Posieren und Positionieren ist oberste Besucherpflicht. Die Erdbeere an Tisch 15 schlüpft in ihre goldenen Schuhe, TV-Koch Ralf Zacherl, alias Frank Burbach entgeht dem Attentat seiner Begleitung, der lieblichen Metzgerin „Miss Hack 2010” und an Tisch 21 heißt es „Helga! Die Kamera ist da!” Schwupps schäkert die Truppe mit dem Kameramann, setzt sich Propeller ins Haar und aktiviert die blinkenden Sonnenbrillen.

Hervorragend ist die Tanzgarde der katholischen Jugend, die die Fußball-WM in Südafrika mitreißend umgesetzt hat. Und immerhin, ein Teil der Büttenredner erweist sich als unterhaltsam. Allen voran „Dat Fimännchen”, alias Jürgen Hilger-Höltgen. Er nimmt die heimischen Granden des Karnevals, Jürgen Rieck und Engelbert Oxenfort mit variabler Freundlichkeit ins Visier, erfreut durch Wortkreationen wie „leidensbegabt” und blickt bis Berlin. Sehr hübsch unterhält das im „Pidgin-English” dargebotene Sangesstück „I'm the Guido aus Berlin”, welches - wen wundert's, die ausbaufähigen Fremdsprachenkenntnisse des Außenministers thematisiert. Warum Westerwelles Homosexualität von nahezu jedem Redner äußerst lau angesprochen werden muss, irritiert. Hatte die Landeshauptstadt doch schon homosexuelle Repräsentanten im närrischen Kosmos und die Erde hat sich unbeirrt weiter gedreht. Garanten für gehobene Laune sind die Bands wie „BOB”, „De Fetzer”, „Die Düsseldisharmoniker” und „Alt Schuss”. Rufen die Düsseldisharmoniker „Foooortuna” schallt aus 800 Kehlen „Düüüüüsseldorf” zurück.

Das klingt noch imposanter als das Helau für das Prinzenpaar. Dabei trägt der Prinz mit rot-weiß „ . . . die Farben dieser Stadt”. Und Venetia Janine findet treffsicher die richtigen Worte. Sie schießt „Jeck we can” in die 1. Liga.

Pamela Broszat

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