Heizstrahler in der Altstadt erhitzen die Gemüter
08.10.2009 | 06:00 Uhr 2009-10-08T06:00:00+0200
Düsseldorf. Sie gehören zum Straßenbild in der Altstadt: die Heizpilze. Viele Gäste wärmen sich unter ihnen auf, andere finden sie hässlich. Fürs Klima sind sie wegen des hohen Ausstoßes von Kohlendioxid gar nicht gut. Nach den jüngsten Bränden betrachten einige Politiker sie als Sicherheitsrisiko.
Die Heizstrahler in der Düsseldorfer Altstadt erhitzen die Gemüter. Für ein Verbot wie in Berlin fehlt hier zwar die politische Mehrheit. Doch möglicherweise soll den Wirten mit einer Art Satzung strengen Auflagen gemacht werden. Eine entsprechende Initiative wollen die Grünen starten. Und die SPD fragt nach Alternativen zu den herkömmlichen Heizstrahlern auf den Außenterrassen.
Brandserie löste neue Diskussion aus
Auslöser für die jüngste Debatte ist das Feuer in der Schneider-Wibbel-Gasse in der Nacht zum 24. September. Ein 19-jähriger Serientäter zündelte in einer Ecke der Gasse, in der über Nacht Terrassenmöbel und Heizpilze abgestellt waren. Eine dort gelagerte Gasflasche wurde so heiß, dass das Gas ausströmte, sich entzündete und die meterhohen Flammen das Treppengebäude eines achtgeschossigen Hauses in Brand setzten.
Ein derartiges Unglück kann sich in der Altstadt jederzeit wiederholen. Gerade im kleinen Vergnügungsviertel sind die meisten Bereiche der Außengastronomie beheizt. In Düsseldorf bleiben bis zu 95 Außenterrassen das ganze Jahr über geöffnet - die Hälfte davon im Hafen und in der Altstadt. Allein auf der Bolkerstraße gibt es fast 100 Heizstrahler. Immerhin: 42 davon sind an der Hauswand fest installiert, dort lässt sich die Strom- oder Gaszufuhr von innen sicher abstellen. Insofern besteht kein Sicherheitsrisiko.
Für die Lagerung der Heizpilze gibt es keine Vorschiften
Doch die Lagerung der Gasflaschen für die mobilen Wärmepilze wird in der Altstadt völlig unterschiedlich gehandhabt. Manche Wirte lassen alles einfach unverschlossen auf der Straße stehen. Andere stellen die Geräte über Nacht in ihre Kneipen, am Rheinufer ist ein hölzernes Gartenhäuschen zur Lagerstätte umfunktioniert worden, hundert Meter weiter liegen die Gasbehälter hinter Mülleimern.
Auch wenn die Feuerwehr in dem einen oder anderen Fall am liebsten einschreiten würde, sie darf es nicht! Kein einziger Wirt verstößt gegen Vorschriften. Weil es die für die 11-Kilo-Flaschen, die für Heizstrahler benutzt werden, gar nicht gibt. Erst bei Behältern ab 14 Kilo greift ein strenges Regelwerk mit genauen Brandschutzauflagen.
SPD-Ratsherr: "Ein Skandal"
„Ein Skandal”, schimpft Ratsherr Günter Karen-Jungen (Grüne). Notfalls müsse die Stadt für eigene Regeln in der Altstadt sorgen. Thorsten Hellwig spricht sich gegen ein Verbot aus. „Wir appellieren an die Wirte, verantwortungsvoll mit Heizpilzen umzugehen.” Martin Volkenrath (SPD-Fraktion) möchte ein Verbot nur als letzten Ausweg. „Heizpilze werden von den Kunden gut angenommen”, gibt er zu bedenken. „Aber sie sind ökologisch bedenklich und können gefährlich werden. Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden.”
Die Feuerwehr kann derzeit nur Empfehlungen aussprechen: Wer Gasflaschen draußen lagert, sollte sie vor Unbefugten sichern, so Sprecher Heinz Engels. Kneipen eignen sich als Lagerstätte überhaupt nicht! Bei einem Feuer besteht Explosionsgefahr. (siehe Box). In der Nähe von Gasbehältern sollte kein brennbares Material sein.
16:45
Ich frage mich ohnehin, wie es möglich ist, ein paar Jahre nach den netten Frau-Merkel-mit-Eisbär-Bildern und dem großen Klimaretterauftritt der Bundesregierung, dass diese Klimaerwärmer im doppelten Sinn wie Pilze aus dem Boden schießen...
18:37
Die verbrauchen Strom, der womöglich aus Kernkraftwerken stammt. Wären also höchstens mit Ökostrom betrieben sinnvoll.
14:59
Umweltfreundliche Alternative zum Heizpilz gesucht? Optisch schöner und langfristig sogar - selbst bei Ökoostrombetrieb - günstiger http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/764765/Heiztische-statt-Killerpilze.html