Heißer Kaffee
24.02.2009 | 19:11 Uhr 2009-02-24T19:11:00+0100GERICHT. Drei Männer angeklagt, weil sie Pulver aus Holland einführten, ohne Steuern zu zahlen.
Weil Kaffee in den Niederlanden billiger ist, kaufen viele im Nachbarland ein paar Päckchen. Aber drei Männer, die die Bohnen gleich Lkw-weise nach Düsseldorf holten, machten sich strafbar: Weil sie damit Kaffeesteuer hinterzogen. Das Strafverfahren gegen sie stellte das Amtsgericht aber gegen kleine Geldauflagen ein.
Das Trio brachte der Zufall zusammen: Der Einkäufer (51) eines Sonderposten-Handels suchte stets preiswerte Kaffee-Angebote. Der Mitarbeiter (54) eines Kaffee-Unternehmens wusste davon, hörte über einen Lebensmittelhändler (52) von der billigen Kaffeequelle. Der holte den Kaffee per Lkw über die Grenze, bachte ihn dem Vermittler, der ihn dem Einkäufer weitergab.
Dreimal gelang der Schmuggel von insgesamt 5544 Kilo, bis alles aufflog. Denn was auf der Strecke blieb, war die deutsche Kaffeesteuer von 2,19 Euro pro Kilo - in summa: 12 141 Euro.
Von der Ersparnis hatten die drei nicht viel. Fahrer und Vermittler erhielten weniger als 2000 Euro, der Einkäufer gar nichts: "Ich war froh, dass ich den Kaffee hatte. Es gab viel Druck." Er arbeitete auf Provisionsbasis. Den Vorteil hatte die Billig-Kette. Sie hat die Steuern nachgezahlt, dem Mitarbeiter gekündigt. Auch der Vermittler verlor seinen Job. Die drei bereuten: "Es war ein großer Fehler." Sie müssen 150 bis 700 Euro zahlen. (kati)
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