Heimlich die Staatsanwältin abgelichtet

Was wir bereits wissen
Er soll eine Staatsanwältin heimlich im Prozess fotografiert werden. Deshalb wird jetzt gegen einen 17-Jährigen ermittelt.

Düsseldorf..  Weil er eine Staatsanwältin (52) bei einem Amtsgerichtsprozess heimlich mit seinem Handy fotografiert und sich ihr Bildnis damit illegal verschafft hatte, wird gegen einen 17-Jährigen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Angeklagte gegen das Kunsturhebergesetz verstoßen haben könnte. Demnach droht eine Haftstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe, falls jemand ein Bildnis illegal verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt.

Im Oktober 2014 waren der 17-Jährige und jene Staatsanwältin bei einem Strafprozess in Neuss erstmals aufeinander getroffen. Damals ging es um eine Anklage wegen Raubes, verurteilt wurde der junge Mann dann letztlich wegen räuberischen Diebstahls.

Dagegen hat er inzwischen zwar Berufung eingelegt, einen Termin für die neue Verhandlung beim Landgericht gibt es aber noch nicht. Doch schon zwei Wochen nach dieser ersten Verurteilung war der 17-Jährige erneut von der Polizei kontrolliert worden. Dabei haben Ermittler auch sein Handy ausgewertet – und haben im Fotospeicher die zuvor heimlich gemachte Aufnahme der Staatsanwältin entdeckt.

Warum der 17-Jährige dieses Foto angefertigt hatte und was er damit womöglich geplant haben mag, erfuhren die Beamten aber nicht. Vermutlich auf Antrag der Staatsanwältin wurde ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei hatte der junge Mann die illegale Aufnahme bisher weder verbreitet, noch hatte er sie öffentlich zur Schau gestellt, sondern hatte das Foto lediglich in seinem Handy-Speicher aufbewahrt. Fraglich ist auch, ob hier eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen vorliegt, die sogar mit bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden kann. Denn fotografiert hatte der 17-Jährige die Staatsanwältin ja nicht in ihrem Privatbereich, sondern in ihrer Rolle als Anklagevertreterin bei Gericht. Sicher ist aktuell, dass der 17-Jährige die Justiz weiter beschäftigen wird: Wegen gefährlicher Körperverletzung läuft noch ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen