Hausaufgaben für die Preisträger

Alle waren zufrieden, ja sogar angetan von den Plänen des Siegerentwurfs zur Belebung des in die Jahre gekommenen Einkaufszentrums „Lörick-Karree“. In den Räumen des schon lange leerstehenden Supermarktes stellte Andreas Eisele, Eigentümer der Immobilie, die Ergebnisse des kürzlich ausgeschriebenen Architekten-Wettbewerbs vor und sagte: „Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen.“ Gemeinsam mit Harald Klose, der den Wettbewerb begleitete, erklärte er den Lörickern, warum Martin Haas, David Cook und Stephan Zemmrich vom Stuttgarter Architektenbüro „haascookzemmrich“ als Sieger, den Nagel auf den Kopf getroffen hätten. „Sie haben auch die Platzgestaltung in ihr Konzept einbezogen und so einen offenen freundlichen Mittelpunkt für die gesamte Umgebung geschaffen.“ Durch temporäre Nutzungen wie Wochenmarkt und Stadtteilfeste könnte der Platz ein Treffpunkt fürs Quartier werden und so auch dafür sorgen, dass sich das neue Löricker Zentrum auch wirtschaftlich erfolgreich entwickele.

Der Siegerentwurf geht von zwei lockeren Gebäudeteilen aus – eins für Ärzte und Apotheke (Gesundheitshaus), das andere für etwa 30 Wohnungen (generationsübergreifend) und Einzelhandel, wobei die Bestandsmieter berücksichtigt werden. Auf jeden Fall soll ein Supermarkt dabei sein, eventuell auch ein Feinkostgeschäft, Café, Post, Paketstation und eventuell ein Bürgersaal. Präsentiert wurden auch die anderen vier Teilnehmer des Wettbewerbs unter anderem das Düsseldorfer Büro RKW (Rhode, Kellermann, Wawrosky), das den zweiten Preis bekam. Betont wurde, dass der Siegerentwurf nicht 1:1 übernommen werde. Harald Klose: „Es ist noch viel Musik drin, die Preisträger müssen noch einige Hausaufgaben machen.“ Das bedeutet, dass das Siegermodell noch einige Lücken hat, die durch Ideen der anderen Wettbewerbsteilnehmer gefüllt werden könnten, beispielsweise vom zweiten Preisträger.

Die Löricker, allen voran Landtagsabgeordnete Marion Warden und Bezirksbürgermeister Rolf Tups, lobten die Entwürfe, die auf die geänderten Lebensverhältnisse der Menschen eingehen würden. Marion Warden, die vor zwei Jahren als erste Kontakt mit Andreas Eisele aufgenommen hatte, würdigte die mutigen Bestandsmieter, die trotz der abnehmenden Zugkraft des Lörick-Karrees ausharren würden. Hochzufrieden ist auch der Sprecher der Eigentümergemeinschaft des benachbarten Hochhauses, Manfred Burckhardt. „Die Pläne sind optimal, weil der freie Blick aus den Wohnungen der ersten bis dritten Etage des Hochhauses, anders als befürchtet, nicht beeinträchtigt werden. Und seine Kollegin Renate Bairam ergänzt: „Was ich mir gewünscht habe, wird befolgt.“ Stephan Grey, Vorstandssprecher der Beamten-Wohnungsbaugenossenschaft, hat dagegen noch einen Wunsch: „Ich hoffe, dass anders als im Siegerkonzept vorgesehen, die Tiefgarage eine separate Ein- und Ausfahrt bekommen wird.“ Grund: Die Wickrather Straße sei eine Einbahnstraße und führe im Bogen um das Einkaufszentrum herum. Deshalb sei es sinnvoll, die Einfahrt an der West- und die Ausfahrt an der Ostseite einzurichten. „Sonst wird die Verkehrsbelastung für die enge Wickrather Straße einfach zu groß. Zumal sich dort eine Grundschule befindet.“