Haftstrafen für die Arena-Schläger

Weil sie einen Fanbetreuer 2012 in der Fortuna-Arena aus nichtigem Anlass ins Koma geprügelt haben, müssen zwei 28-jährige Stadion-Besucher für jeweils drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis und ihrem Opfer noch 12 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. So urteilte gestern das Amtsgericht und folgte damit im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 35-jährige Fanbetreuer war durch Kniestöße gegen seine Stirn so schwer verletzt worden, dass seine gesamte Schädelfront rekonstruiert werden musste. Die Verteidiger der Arena-Besucher hatten auf eine Bewährungsstrafe wegen Notwehr, im anderen Fall gar auf Freispruch plädiert. Während des Spiels Fortuna gegen Bayern München hatte eine Fan-Gruppe im Oktober 2012 Essen und Getränke auf andere Fans geworfen. Von dem 35-jährigen Fanbetreuer darauf angesprochen, hatte einer der Angeklagten dem Fan-Betreuer sofort einen Faustschlag versetzt – und hatte ihn dann festgehalten, während sein Kumpan dem wehrlosen Opfer laut Urteil des Gerichts mindestens einmal „aggressiv, brutal und rücksichtlos“ ein Knie gegen die Stirn rammte. Einer der Angeklagten räumte den Kniestoß ein, sprach aber von Notwehr. Er sei von dem Fanbetreuer zwei Mal am Hals gepackt und angepöbelt worden. Sein mitangeklagter Kumpan sagte kein Wort zu der Anklage. Verurteilt wurden beide.

Beim Strafantrag der Staatsanwältin grinsten die Angeklagten höhnisch, beim Urteil, das nur knapp darunter lag, lachten beide nicht mehr. Das Gericht befand: „Wer so brutal vorgeht, muss mit schweren Kopfverletzungen rechnen“.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.