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Haftstrafe und Bewährung nach brutaler Attacke an einer Haltestelle

29.03.2012 | 17:06 Uhr
Haftstrafe und Bewährung nach brutaler Attacke an einer Haltestelle

Düsseldorf.   Nach der brutalen Attacke an der Haltestelle Werstener Dorfstraße sprach das Landgericht Düsseldorf die Urteile: Der ältere Angeklagte muss zweieinhalb Jahre in Haft. Für die beiden 17-Jährigen gibt es Bewährungsstrafen von je zwei Jahren. Sie müssen aber in einer speziellen Jugendrichtung bleiben.

Die Urteile nach der brutalen Attacke an der Haltestelle Werstener Dorfstraße in Düsseldorf sind gefallen. Das Landgericht Düsseldorf befand, dass der ältere Angeklagte (31) zweieinhalb Jahre in Haft muss. Die beiden 17-Jährigen erhalten Bewährungsstrafen von je zwei Jahren, müssen aber bis auf weiteres in einer speziellen Jugendrichtung bleiben.

Das Trio war in der Nacht auf den 11. September an der Haltestelle mit dem Opfer (40) aneinander geraten, hatte den Mann ins Gleisbett gestoßen und auf ihn eingetreten, auch gegen den Kopf . Einer der 17-Jährigen gab zu, dem 40-Jährigen sogar von oben stampfend ins Gesicht getreten zu haben – „auf äußerst hässliche Weise“, so der Vorsitzende Richter Werner Arendes.

Das Opfer hatte eine große Platzwunde am Hinterkopf. Die Tritte ins Gesicht brachen ihm die Augenhöhle. Zudem erlitt er eine leichte Hirnblutung, die aber ohne Folgen blieb. Am ganzen Körper hatte er Prellungen. „Es war pures Glück, dass er nicht gestorben ist“, betonte Arendes.

Bewusstlos liegen gelassen

Die Anklage hatte „Versuchter Totschlag“ gelautet, den dreien vorgeworfen, den Tod des Mannes in Kauf genommen zu haben, als sie ihn bewusstlos liegen, seine Rettung dem Zufall überließen.

Davon ging das Gericht nicht mehr aus. Die Angeklagten hätten wegen des rötlichen Lichts an der Haltestelle das viele Blut aus der Platzwunde nicht gesehen. Dass sie schlendernd weggingen, zeige, dass ihnen der Ernst der Situation nicht bewusst war. Sie wurden daher nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Bei allen Angeklagten ging das Gericht wegen der starken Alkoholisierung von verminderter Schuldfähigkeit aus. Auch die Gruppendynamik habe zur Gewalttätigkeit beigetragen. Mildernd wirkte auch, dass sich alle drei beim Opfer entschuldigten.

Relativ geringe Haftstrafen für die Jugendlichen

„Ausgesprochen schwer“ sei es ihnen gefallen, gegen die jugendlichen Täter die relativ geringen Haftstrafen zu verhängen, sagte Richter Arendes. Die Kammer sei aber trotzdem überzeugt, dass die Aussetzung zur Bewährung mit der Auflage, in der Einrichtung zu bleiben, das Richtige sei.

Denn in der Einrichtung, die ihnen strenge Regeln auferlegt, haben sich die Jugendlichen nach Auskunft der Betreuer gut entwickelt. Sie müssen voraussichtlich ihre ganze Bewährungszeit dort verbringen, zwei Jahre der eine, drei Jahre der andere.

Katharina Rüth

Kommentare
30.03.2012
12:13
Haftstrafe und Bewährung nach brutaler Attacke an einer Haltestelle
von anorak | #11

"Die Angeklagten hätten wegen des rötlichen Lichts an der Haltestelle das viele Blut aus der Platzwunde nicht gesehen."

"Bei allen Angeklagten ging...
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Haftstrafe und Bewährung nach brutaler Attacke an einer Haltestelle
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2012-03-29 17:06
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