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Prozess

Gruppe Essener Schrotthändler nahm Düsseldorfer als Geisel

17.10.2012 | 06:00 Uhr
Gruppe Essener Schrotthändler nahm Düsseldorfer als Geisel
Eine Gruppe Schrotthändler aus Essen müssen sich nun vor Gericht dafür verantworten, dass sie einen 50-jährigen Düsseldorfer verschleppt haben.

Düsseldorf.   Weil er seinem Auftraggeber Geld unterschlagen haben soll, hat eine Gruppe Essener Schrotthändler selbst kurzen Prozess gemacht und einen 50-jährigen Düsseldorfer entführt und ihn bedroht. So wirft es die Staatsanwaltschaft einer Familie vor. Dafür müssen sie sich vor dem Landgericht verantworten.

Es begann als lukrative Geschäftspartnerschaft. Doch eines Tages war es mit der Freundschaft vorbei: Eine Gruppe Schrotthändler aus Essen soll einen Düsseldorfer (50) verschleppt, verprügelt und massiv bedroht haben, weil sie 80 000 Euro von ihm wollten. Unter anderem drohten sie, ihm die Hände abzuhacken. Ein Beteiligter (21) ist bereits verurteilt, sein Vater (51), sowie ein Mutter-Sohn-Paar (57 und 32), sollen sich jetzt vor dem Landgericht verantworten.

Die Männer sollen den Düsseldorfer auf einem Essener Schrottplatz geschlagen und getreten, gedroht haben, ihn an einem Kran aufzuhängen und dann dort zu begraben. An den Drohungen soll sich die Frau wesentlich beteiligt haben. Später sollen die Männer den 50-Jährigen in seiner Düsseldorfer Wohnung unter Druck gesetzt, ihn erneut entführt und in einer Grünanlage mit einer Axt bedroht haben: Er musste seinen Arm auf einen Baumstamm legen und die Ärmel aufkrempeln: Man werde ihm jetzt die Hände abhacken. Daraufhin habe er den Schlüssel seines Bankfachs an der Kö herausgegeben, aus dem die 57-Jährige dann 75 000 Euro geholt habe.

50-jähriger Essener arbeitete als Strohmann

Der 50-Jährige hatte selbst kleine Schrottgeschäfte gemacht, bis ihn der Essener Profi-Händler (51) als Strohmann engagierte. Für ihn habe er dann größere Geschäfte eingefädelt, hatte der Düsseldorfer Anfang des Jahres vor Gericht ausgesagt. Doch dann habe sich das Finanzamt gemeldet. Er habe deshalb 80 000 Euro vom Geschäftskonto in ein Schließfach gelegt.

Als sein Auftraggeber das Geld vermisste, habe es Druck gegeben. Eines Tages habe dessen Sohn vor der Tür gestanden, ihn nach Essen auf den Schrottplatz eines befreundeten Händlers geholt, wo er die ersten Misshandlungen erfuhr. Er habe seine Peiniger hinhalten können, weil er erklärte, den Schließfachschlüssel in seiner Wohnung in Düsseldorf zu haben. Dort angekommen, rief er heimlich die Polizei. Das hörten seine Begleiter, zerrten ihn wieder ins Auto und erhöhten den Druck mit der Axt.

Fünf Jahre Haft

Der 21-Jährige hatte Anfang des Jahres das Geschehen grundsätzlich eingeräumt, wenn er es auch als weniger massiv darstellte. Ihm wurde zugute gehalten, dass er und die jetzt Angeklagten dem 50-Jährigen 13 000 Euro Schmerzensgeld gezahlt haben. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Der neue Prozess begann Dienstag mit dem Verlesen der Anklage. Die Angeklagten sagten zunächst nur zu ihrem Lebenslauf aus. Kommenden Mittwoch geht es weiter.

Katharina Rüth


Kommentare
17.10.2012
14:04
Fluchtfahrzeug
von andy_112 | #1

Und als Fluchtfahrzeug musste ein 20 Jahre alter Pritschenwagen mit Düdeldü herhalten!

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